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Brachflächen erhalten

Landwirtschaft

Brachflächen sichern Artenvielfalt

>Viele Landwirte sichern sich mit dem Anbau von Energiemais ein zweites Standbein, zumal sie seit diesem Jahr nicht mehr verpflichtet sind zehn Prozent ihrer Flächen stillzulegen. Seit 2007 hat sich der Anteil der Brachflächen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes halbiert. Doch erfüllen Brachen eine wichtige Funktion in der Kulturlandschaft. Wildgräser und -kräuter siedeln sich an, Tiere nutzen sie als Lebensräume, Vogelarten brauchen sie als Brutplatz. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) haben jetzt den Einfluss des drastischen Rückgangs der Brachflächen untersucht und fordern, mindestens einen kleinen Teil davon zu erhalten.

Verschwinden der Indikatorvögel
„Bestimmte Vogelarten wie Braunkehlchen, Feldlerche und Grauammern, die am ende der Nahrungskette stehen, gelten als Indikatoren für die Qualität einer Landschaft“, sagt Dr. Jörg Hoffmann vom JKI. Für Brandenburg hat er ermittelt, wie viele Indikatorvögel 2008 noch vorhanden sind. Ein weiterer Schwerpunkt waren die Maisflächen, die deutschlandweit um 6,5 Prozent zugenommen haben. Vergleichsdaten waren aus den Jahren 2005 und 2006 vorhanden, als noch 65 Vogelarten je Quadratkilometer vorhanden waren.
Fazit: aufgeräumte Landschaften und wenig attraktive Maisflächen sind lediglich für deren Nahrungsgäste interessant, nicht aber für die Indikatorvögel. Das kompensiere nicht den Verlust der Artenvielfalt.
Als Empfehlung fordert das JKI, zumindest einen Teil der Brachflächen zu erhalten. „Besonders in den Grenzzonen zu Kleingewässern sowie an Waldrändern und Hecken bietet es sich an, breite Saumstrukturen von 10 bis 20 Metern zu schaffen“, so Dr. Hoffmann. Auch trockene Kuppen in großen Ackerschlägen eigneten sich als Brachfläche. Das sind oftmals Böden mit geringeren Ackerbaueigenschaften, so dass es den Landwirten nicht schwer fallen dürfte, diese Flächen in einem „Brachenmanagement“ zu führen. Gefördert werden könnte das mit Geldern für Agrarumweltmaßnahmen

roRo

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