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Brandenburg fördert mobile Hühnerhaltung

Landwirtschaft

Einsteiger für mobile Legehennenhaltung gesucht

Hühner im Klee vor ihrem Mobilstall
Hühner im Klee vor ihrem Mobilstall

Das Brandenburger Landwirtschaftsministerium stellt regelmäßig ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird.

Hühner im Mobilstall

Das Projekt des Monats Oktober macht mobil: Mit Hilfe der ELER-Förderung wird über die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. seit August 2018 eine Bio-Erzeugergemeinschaft für mobile Hühnerhaltung in Brandenburg aufgebaut. Sie berät kleine, mittlere und große Betriebe, wie eine mobile Hühnerhaltung wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Die Erzeugergemeinschaft für Mobilstallbetriebe stellt Landwirten nicht nur das nötige Know-How bereit, sondern möchte zur Verringerung der einzelbetrieblichen Kosten beitragen und plant, auch den Absatz der Eier und logistische Aufgaben zu übernehmen.

Bei der Mobilstallhaltung wird Hühnerhaltung neu gedacht. Statt in einem großen Feststall, leben die Tiere in mobilen Einheiten, die sich mit einem Traktor umsetzen lassen. Die Tiere sind immer dort, wo das Gras noch saftig und der Boden gesund ist.

Ziel ist, Belastungen wie kahlgefressene Flächen mit hoher Nitratbelastung beziehungsweise eine erhöhte Konzentration von Bakterien und Parasiten im direkten Umfeld der Stallgebäude, die bei jeder Freilandhaltung eine Herausforderung sind, mit wechselnden Standorten zu minimieren: Denn Hühner bevorzugen als Aufenthaltsbereich Flächen, die maximal 10 bis 15 Meter vom Stall entfernt liegen, trotz des vorhandenen Angebots weitläufiger Auslaufmöglichkeiten.

Durch die regelmäßigen Standortortwechsel verteilt sich der Hühnerkot auf einer deutlich größeren Fläche. Der Nitrateintrag sinkt, die Überdüngung des Bodens wird vermieden. Auch bleibt die Grasnarbe im Auslauf erhalten und wird von den Hühnern gern genutzt. Viel Grün zum Picken und gesundes Futter kommen der Eiqualität und dem Geschmack zugute. Die mobile Hühnerhaltung verringert zudem die Belastung des Auslaufs durch Parasiten. Die Infektionsgefahr der Tiere ist dadurch deutlich geringer.

Weil die Mobilstallhaltung sehr arbeitsintensiv ist müssen Eier aus dieser innovativen und artgerechten Form der Tierhaltung auch ihren Preis haben. Die Erfahrungen zeigen aber, dass viele Verbraucher dazu bereit sind, mit ihrer Kaufentscheidung Bio-Eier aus Mobilstallhaltung zu unterstützen.

Einsteiger gesucht

Ein kleiner Mobilstall kann übrigens der perfekte Einstieg in die Bio-Produktion sein. Außer Landwirtschaftsbetrieben kommen etwa Gärtnereien, Obstbaubetriebe, Pferdehöfe oder Nebenerwerbsbetriebe mit ausreichend Fläche in Frage. Mit Stallgrößen ab 200 Tieren kann man anfangen - passend zur Betriebsgröße. Erklärtes Ziel ist, die derzeit 20 Brandenburger Bio-Betriebe mit mobiler Hühnerhaltung auf wenigstens 40 Betriebe zu erhöhen.

Förderung vorhanden

Mit Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER wird im Zeitraum von 2018 bis 2022 der Aufbau einer Bio-Erzeugergemeinschaft für mobile Hühnerhaltung in Brandenburg unterstützt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 715.749 Euro. Davon umfasst die ELER-Förderung 572.599 Euro. Hinzu kamen Landesmittel in Höhe von 143.150 Euro. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der Zusammenarbeit für die Implementierung und Verbreitung nachhaltiger Landnutzung (Teil B) zugrunde.

MLUL; Foto: roRo

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