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Brandungsangler vor Stellnetzfischer

Landwirtschaft

MV regelt Küstenfischerei neu

Angeln ist einer der touristischen Attraktionen in Mecklenburg-Vorpommern. Im letzten Jahr wurde mit 128.589 vergebenen Angelkarten ein neuer Rekord aufgestellt. Das Land kann den Erfolg auf erfolgreiche Besatzmaßnahmen mit Meeresforellen und günstigen Angelkarten begründen. Im Küstenbereich zeigt sich aber auch die Schattenseite: Es gibt vermehrt Konflikte zwischen Brandungsanglern, der Stellnetzfischerei und Bootsanglern. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus sah darin einen Anlass, die Stellnetzfischerei als auch das Handangeln neu zu regeln.

In Absprache mit dem Landesverband der Kutter- und Küstenfischer und dem Landesanglerverband wurde die Verlegung der Stellnetzfischerei durch Berufsfischer in ausgewählten Küstenabschnitten beschlossen. Dort ist innerhalb eines 200 Meter breiten Uferstreifens die Stellnetzfischerei untersagt. Die Brandungsangler haben dadurch an 16 Prozent der Ostseeküste ganzjährig besseren Zugang. Das käme auch der Meeresforelle zugute, die nun in Ufernähe keine Stellnetze mehr befürchten muss. In der Wismarer Bucht wurde die Länge der Stellnetzte um ein Fünftel reduziert.

Seit einigen Jahren haben sich Motorbootfahrer das Schleppangeln angeeignet. Durch diese hocheffiziente Angelei werden beträchtliche Mengen an Meeresforellen gefangen, für deren Besatz das Land jährlich rund 130.000 Euro ausgibt. Außerdem zerstören die Schleppangler immer wieder Stellnetze. Schleppangeln mit Motor- und Segelbooten darf in der Zeit zwischen dem 15. September und 15. März nur noch in einem Abstand von einem Kilometer zur Küstenlinie durchgeführt werden. In dieser Zeit wandern die Meeresforellen küstennah in der Ostsee. Wer von einem treibenden oder geruderten Boot angelt, der ist von dieser Regelung nicht betroffen.

Eine Benachteiligung der Berufsfischerei sieht Dr. Backhaus nicht. „Die Zahl der Berufsfischer ist in den vergangenen Jahren aufgrund der schwierigen fischereipolitischen Situation bereits um ein Fünftel zurückgegangen.“ Derzeit werden noch wirtschaftlich bedeutende Dorsch – und Plattfischfänge im Uferbereich realisiert.

roRo

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