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Cassava: Die tolle Weltknolle

Landwirtschaft

Die ökologische Intensivierung der Cassava

Manihot esculenta heißt die tolle Knolle, die in den letzten Jahrzehnten bei den Kleinbauern der Welt Furore macht. Die Speicherknollen der Cassava-Pflanze werden in mehr als 100 tropischen und subtropischen Ländern der Welt angebaut. Die Erträge sind auch ohne großen Betriebsmittelaufwand erheblich und versorgen die Menschen selbst in Regionen mit kargem Land und unregelmäßigen Niederschlägen mit Kohlenhydraten. Die Cassava kann nach dem Kochen frisch verzehrt oder veredelt werden; sie dient auch als Viehfutter.

Bei Cassava sind nicht nur die Knollen interessant, sondern auch die Blätter. Diese warten mit bis zu 25 Prozent Protein auf. Bei der Grünen Revolution fiel die Cassava aus dem Rahmen, weil sie in den kargen Regionen kaum mehr verbessert werden kann und daher technologisch uninteressant wurde. Doch setzt ein Bedeutungswandel ein. Seit 2000 haben die Kleinbauern den Ertrag um 60 Prozent auf 280 Millionen Tonnen im Jahr 2012 nach oben gebracht. Pro Jahr wurden durchschnittlich 1,8 Prozent mehr Knollen geerntet. Der weltweite Durchschnittsertrag beträgt derzeit 12,8 Tonnen pro Hektar und Jahr. Auf besten Böden ist nahezu eine Verdoppelung möglich.

Im Anbau hat Cassava die traditionellen Früchte Reis, Weizen und Kartoffeln abgehängt. Nur der Maisanbau wurde mehr ausgedehnt. Deshalb bezeichnet die FAO Cassava auch bereits als Mehrzweckfrucht des 21. Jahrhunderts: Sie erhöht das Einkommen auf dem Land, sichert die städtische Nahrungsversorgung, substituiert Nahrungsimporte und dient auch als Grundlage für die Bioethanol-Produktion.

Die FAO hat mit „Save and Grow“ ein Programm zur nachhaltigen Intensivierung von Feldfrüchten aufgelegt und am Dienstag den Leitfaden für Cassava herausgebracht. Die Idee von „Save and Grow“ ist ein umweltfreundliches Modell für Familienbetriebe, das bei Cassava die Erträge um bis zu 400 Prozent steigern kann. Anstelle chemischen Inputs wird Wert auf die Bodengesundheit gelegt, führt die FAO aus. Pflügen wird minimiert, die Bodenbedeckung maximiert. Dazu gehört auch der gemeinsame Anbau mit anderen Früchten, wie der Erdnuss, und Fruchtfolgen. Dadurch werden weniger Pflanzenschutzmittel benötigt.

Im Kongo haben Kleinbauern durch die Verwendung von gesundem Saatgut, Mulchen und Zwischenfruchtanbau die Erträge um 250 Prozent steigern können. In Kolumbien hat der Fruchtwechsel mit Bohnen und Sorghum höhere Erträge erzielt, als über eine Mineraldüngung allein erzielt wurde.

Ein Grund, warum Cassava so eine hohe Aufmerksamkeit erfährt, liegt in den steigenden Getreidepreisen. Die Menschen suchen nach preiswerteren Alternativen und erinnern sich an traditionelle Kulturen. Für Afrika gilt Cassava als die Feldfrucht, die dem Klimawandel am meisten widerstehen kann.

Lesestoff:

www.fao.org/ag/save-and-grow/cassava/index_en.html

roRo; Titelbild: FAO

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