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Dänische Nerze werden gekeult

Landwirtschaft

SARS-CoV-2 in dänischen Nerzfarmen nicht mehr kontrollierbar

Nerze gehören zu den Tieren, die das Virus SARS-CoV-2 übertragen und vom Menschen angesteckt werden können. In den Niederlanden und Dänemark steht die Nerzhaltung in zwei großen Pelzerzeugern vor dem Aus.

Dänischer Keulungsplan

Den Sommer über hat es immer wieder Infektionen in dänischen Nerzfarmen gegeben. Ende September die letzte große, was die Regierung nicht mehr hinnehmen will. Erkrankte und gesunde Nerze im Umkreis von acht Kilometern eines Infektionsherdes werden jetzt gezielt gekeult, um die Infektionskette zu unterbrechen. Davon sind rund eine Million Tiere betroffen.

Bislang hat die Dänische Behörde für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit auf das Keulen verzichtet. Zum Stichtag 01. Oktober musste Landwirtschaftsminister Mogens Jensen allein in Nord-Jütland 58 Ausbrüche verzeichnen. Weitere 46 Betriebe stehen unter Verdacht. Im Kristeligt Dagblad musste Jensen eingestehen, dass sehr viel unternommen wurde, um das Infektionsgeschehen einzugrenzen, aber kein Erfolg erzielt wurde. Für Mitarbeiter in Nerzfarmen besteht nach Vizepräsident Kåre Mølbak von der Abteilung Infektionsvorsorge ein deutlich erhöhtes Risiko an Covid-19 zu erkranken, als für die Bevölkerung.

Die Entscheidung der Regierung ist für Tage Pedersen von der dänischen Nerzzuchtorganisation zwar schwer zu ertragen, trägt sie aber mit. „Menschliches Leben geht vor.“ Sorgen haben nicht nur die Mitarbeite auf den Betrieben. Die Menschen in den Nachbarschaften der Nerzfarmen sind zunehmend besorgt. Die Betreiber können zwischen zwei Modellen wählen. Betriebe mit infizierten Tieren bekommen eine sofortige Entschädigung in Höhe von 20 Prozent des aktuellen Marktpreises oder des Preises in 12 Monaten. Betriebe ohne erkrankte Tiere bekommen eine volle Entschädigung in Höhe des jeweiligen Preises.

Das weltweit größte Auktionshaus für Pelze, Kopenhagen Fur, gehört den Betriebsleitern. Die Eigentümer sind unzufrieden mit der Höhe der Entschädigung.

Rund 1.500 Nerzfarmen erzeugen etwa 19 Millionen Felle pro Jahr und stellen den drittgrößten Agrarexportartikel des Landes. Exporte nach Kambodscha und Thailand sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Der größte Absatz nach China hat sich von gut 400 Millionen auf 100 Millionen US-Dollar erheblich reduziert.

Roland Krieg

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