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Das Geflügelpest-Virus

Landwirtschaft

Schweine-, Vogel- und Spanische Grippe

Mit dem Begriff „Vogelgrippe“ wird die Klassische Geflügelpest bezeichnet, die 1878 erstmals beschrieben wurde. Die anzeigepflichtige Krankheit wird im Rahmen der Seuchenbekämpfung konsequent verfolgt. Unter anderem, weil es viele verschiedene Typen gibt, die unterschiedlich auf den Menschen springen können. Diese Krankheiten gelten als Zoonosen.

Das Virus besteht aus zwei Proteinen. Von dem ersten gibt es 15 verschiedene Varianten, die als Hämagglutinin rote Blutkörperchen an sich binden können. Von dem anderen sind neun Formen bekannt. Diese Neuraminidasen kann Zucker spalten. Die beiden Proteine können untereinander beliebig kombiniert sein und geben dem Virus den Namen, der meist in der Kommunikation genannt. Wird. H(1 bis 15) kann mit N (1-9) zusammen sein.

H1N1 ist rückblickend in der Pandemie mit SARS-CoV-1 und seinen Varianten in den vergangenen Monaten oft beleuchtet worden. Das aus den USA stammende Virus wurde in Spanien 1918/20 mindestens 50 Millionen Todesfälle weltweit verursachte.

Im Veterinärdeutsch verbirgt sich hinter diesen Viren die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI). Nicht alle Varianten sind für den Menschen gefährlich. Für den Menschen gefährlich ist auch H5N1, dass weniger vom Geflügel, als mehr vom Schwein auf den Menschen übertragen werden kann. Dann wird das Virus oft als „Schweinegrippe“ bezeichnet.

H5N8

Bislang galt  das Virus H5N8 als nicht für den Menschen gefährlich. Labortests haben in Russland dieses Virus bei sieben Mitarbeitern einer Geflügelfarm festgestellt und damit die erste Übertragung von H5N8 auf den Menschen nachgewiesen. Dem Mitarbeitern gehe es gut, die neue Übertragung ist ein Beleg für eine neue Mutation des Virus. Eine Übertragung von Mensch auf Mensch ist derzeit noch nachgewiesen. Russland hat die Weltgesundheitsorganisation WHO informiert.

Die aktuelle Geflügelpest, die sich in Europa saisonal ausgebreitet hat gehört zur Proteinkombination H5N8, ist aber bislang nicht beim Menschen nachgewiesen worden. Die europäische und russische Variante entwickeln sich offenbar unterschiedlich weiter. Nach Analyse des Friedrich-Loeffler-Instituts liegt der Schwerpunkt der aktuellen Geflügelpest bei Wildvögeln und entlang der deutschen Nordseeküste. Ausbrüche in Haustierbeständen gibt es über ganz Europa verteilt. In Deutschland sind 22 Nutztierbestände von Puten, Enten und Hühnern betroffen.

Neues Potenzial

Die aktuelle Seuchensituation zeigt einen Rückgang der HPAI H5N8 bei Wildvögeln und zunehmende Fälle bei Nutztieren. Die H5-Stämme besitzen neu ein unterschiedliches zoonotisches Potenzial. Die Geflügelbetriebe, aber auch die privaten Halter, sollen die Biosicherheitsmaßnahmen umsetzen, empfiehlt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am Sonntag.

Roland Krieg

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