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Das Paket für den Ringelschwanz

Landwirtschaft

Wie das Ringelschwänzchen dran bleiben kann

WEDA Stallbau

Zuletzt gab es in Deutschland Ringelschwanzprämien, damit die Landwirte die Schwänze bei den Schweinen dran lassen. Ein ganzes Paket muss dafür sorgen, damit die Tiere vom Ringelschwanz des Buchtengenossen lassen. Auch die Öko-Schweinehaltung ist kein sicherer Weg gegen die als „Caudophagie“ bezeichnete Verhaltensart [1]. Dem Landwirt kommt bei Haltung, Fütterung und Management die wichtigste Rolle zu. In anderen Ländern wie Finnland ist das Kupieren von Schwänzen verboten und die Landwirte haben sich auf den Weg zu einer Schweineerzeugung ohne Caudophagie gemacht.

Finnlands Erfolg

Zum Beispiel Timo Heikkiläs, der im südwestfinnischen Rusko 3.500 Sauen, 6.000 Ferkel (bis 30 kg) im Flatdeck und 1.200 Sauen von 30 bis 140 Kilo hält. „Bei uns ist das Kupieren von Schwänzen seit dem 11. November 2002 verboten. Trotzdem haben wir im Januar 2003 mit der Haltung von Langschwänzen begonnen“, erklärt Heikkiläs. Heute kommen nur noch zwei Prozent der Tiere mit angeknabberten Schwänzen am Schlachthof an. Der Betrieb wurde kürzlich als Musterbeispiel für die Haltung von Langschwänzen ausgewählt. Und Finnlands größter Ferkelbetrieb arbeitet rentabel.

Grundlage Stallbau

Das wichtigste Fundament für den Ringelschwanz ist der Stall. Heikkiläs hat seinen Stall bei der niedersächsischen WEDA Damm & Westerkamp Stallbau gekauft. Dazu gehört auch das Hygienemanagement für die Flüssigfütterung. Der Finne verfüttert ausschließlich pelliertes Zukauffutter. Das verhindert das Eindringen von Salmonellen. Außerdem setzt er bei der Fütterung Säuren ein. Die Behälter für die Fütterung werden regelmäßig mit UV-Licht gereinigt. Die gesamte Anlage mit Ablaufrohren wird mit Lauge behandelt. Bakterien und Keime als mikrobieller Stress und mitverantwortlich für die Caudophagie haben keine Chance.

Stressoren minimieren

Spielmaterial und Beschäftigungsmöglichkeiten mindern ebenfalls den Stress der Tiere. Jegliche Stressfaktoren müssen reduziert werden. Dazu gehört auch, dass die Tiere gleichzeitig fressen können und nicht warten müssen. Im Stall muss das Klima so eingestellt sein, dass es gute Luft ohne Zugluft gibt. Investitionen in Klimatechnik lohnen sich. In seinem Stall reduziert die Klimatechnik den Ammoniakgehalt in der Luft, die Zuluft wird direkt in die Buchten geleitet und zwei Drittel des Bodens ist geschlossen. Nur ein Drittel mit Spaltenböden ausgebaut. Dadurch reduziert sich die Gülleoberfläche.

Gerste im Futter, Stroh in der Bucht

Damit die Tiere ausreichend Platz zum Fressen haben, hat Heikkiläs lange Tröge eingebaut. Im Flüssigfutter ist ein hoher Anteil an Gerste vorhanden. Weizen hat nach Heikkiläs zu wenig Rohfaser.

Beim Beschäftigungsmaterial setzt Heikkiläs auf Stroh, „dass allerdings in guter Qualität vorliegen muss.“ Begleitet wird das ganze Paket durch den Landwirt. Sobald der Landwirt oder seine Mitarbeiter merken, dass Tiere beißen wollen, werfen sie eine extra Portion Stroh in die Bucht.

Alle Maßnahmen hat er mit den Stallbaueperten WEDA im Vorfeld abgestimmt. Erst reagieren, wenn die Probleme schon da, sei zu spät.

Lesestoff:

[1] EU-Infos gegen das Kupieren von Schwänzen: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/der-ringelschwanz-und-seine-signale.html

roRo; VLE; Foto: WEDA

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