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Das Wasserrübenvergilbunsgvirus im Raps

Landwirtschaft

Turnip yellows virus (TuYV) hat 2016 zu Einbußen im Raps geführt

Die Rapsernte enttäuschte. Die Erträge im Norden erreichten zum Teil nur 15 dt/ha. Im Süden wurden vereinzelt auch über 50 dt/ha geerntet. Neben den Witterungsbedingungen eines kalten und nassen Frühjahrs haben im Raps auch die Schädlinge zugeschlagen. Nur dem Rapsglanzkäfer war es zu warm.

In den aktuellen DLG-Mitteilungen wird auf eine neue Gefahr hingewiesen. Das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV – Turnip yellows virus) konnte in einer Masterarbeit am Julius-Kühn-Institut im Frühjahr 2016 auf vielen Standorten nachgewiesen werden. Mehr als 200 Standorte wurden untersucht. In Nord- und Mitteldeutschland lag der durchschnittliche Befall bei 90 Prozent. Nur im Süden waren 50 Prozent der Rapsbestände befallen.

Das Virus ist nicht neu. Schon im Jahr 2007 hat eine Masterarbeit an der Fachhochschule Kiel die Bedeutung des Virus im Winterraps analysiert. Die Verbreitung ist stark witterungsabhängig. Deshalb variiert der Befall in den Jahren 1998 bis 2006 zwischen 17 und 62 Prozent (Jahr 2000). Beize und Vektorbekämpfung gelten als Hauptmaßnahmen gegen das Virus. Doch der Wegfall der Beize und die zunehmende Resistenz des Hauptüberträgers Grüne Pfirsichblattlaus gegen Insektizide hat 2016 wohl zu einem TuYV-Jahr gemacht.

Das Virus beeinträchtigt den Ertrag. Das Virus sitzt im Phloem, dem Transportsystem der Pflanzen und verstopft die Bahnen. Durch verringerte Photosynthese stehen der Pflanze weniger Assimilate für den Ertragsaufbau zur Verfügung. Neben dem Kornertrag ist auch der Ölertrag verringert.

Roland Krieg

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