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Das Woodstock der Ackerbaubetriebe

Landwirtschaft

DLG-Feldtage in Bernburg-Strenzfeld

Zwanzig Hektar Versuchsfelder und 410 Unternehmen, Verbände und Institutionen aus 20 Ländern. Von Ägypten bis zur Ukraine. Die meisten selbstredend aus Deutschland mit 351. Alles was die Praktiker zwischen Aussaat und Ernte bewegt, die Saaten, Tipps für den Pflanzenschutz, mechanisch und konventionell sowie Dutzende von Fachforen über die Düngeverordnung, Chancen der Digitalisierung oder neue Marktchancen für den Anbau von Zuckerrüben. In Bernburg-Strenzfeld, südlich von Magdeburg starteten am Dienstag die alle zwei Jahre stattfindenden Feldtage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). So wie das Wetter sich hält, einmal keine Schlammschlacht und die Gummistiefel bleiben im Auto.

Gerade die DLG hat in den vergangenen Jahren das Praktikerheft in die Hand genommen und wirbt für innovative Anbaustrategien vor dem Hintergrund weniger werdender Pflanzenschutzmittel und steigender Resistenzen im Ackerbau. „Wir Landwirte müssen allerdings auch selbstkritisch die eigenen Prozesse reflektieren, sagte DLG-Präsident Hubertus Paetow zur Eröffnung der drei tollen Ackerbautage. Die DLG setzt auf die Wissenschaft, denn alle Prozesse in der Pflanze und im Boden sind noch immer unerforscht. Doch nur, wer darüber Kenntnis hat, kann auch ressourcenschonend und zielgenau in das System eingreifen.

Der Weg nach Bernburg führte durch die Magdeburger Börde, sicherlich einer der besten Standorte für den Pflanzenbau in Deutschland. Doch daran lässt sich die Landwirtschaft nicht allein messen, denn auch die Sandstandorte in Brandenburg oder die Niedermoorstandorte im Norden haben ihre Vorzüge und Nachteile.

Daher steht die Digitalisierung nach wie vor im Vordergrund und bewegt Studenten im Field Robot Wettbewerb, bestehende Verfahren zu verbessern. Daneben müssen die klassischen Ackerbauverfahren der Bodenbearbeitung und mechanischen Unkrautbekämpfung wieder in den Vordergrund gestellt werden. Der Ökolandbau hat eine große Fläche für seine Sorten, Trends und Beratung zur Verfügung bekommen. Erstmals nimmt das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen der nachhaltigen Landwirtschaft (BÖLN) an den Feldtagen teil.

Die Eröffnung fand am Morgen mit Agrarministerin Claudia Dalbert aus Sachsen-Anhalt statt. Sie begrüßte die Premiere des „Special“ Ökolandbau. Am Forschungsstandort Bernburg finden bereits seit 1993 Feldversuche für den Ökolandbau statt. Die Landwirte können sich auf den DLG-Feldtagen besonders über die Umstellungschancen auf den Ökolandbau informieren.

„In den letzten Jahren haben sich die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt, die Hochschule Anhalt und die DLG mit den Schwerpunktthemen Biodiversität, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit, Erosionsschutz, Anpassung an den Klimawandel und Ökolandbau befasst. Ziel ist es, die neu gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden und dadurch die dringend benötigte Agrarwende zu befördern und die Artenvielfalt zu erhalten.“ Das sagte zwar die grüne Ministerin, aber die Stichworte fielen auch bei DLG-Präsident Hubertus Paetow. Die Richtung der Landwirtschaft ist vorgegeben.

Sachsen-Anhalt präsentiert sich mit einer kleinen Länderschau zur Biodiversität.

Roland Krieg; Foto: roRo

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