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Daunen ohne Herkunftsnachweis

Landwirtschaft

Warentest fragt nach Herkunft von Daunen

Es sind Bilder, die man nicht vergisst. Jämmerlich schreiende Gänse, den Hals nach hinten gebogen, die Flügel einge­klemmt, Brust und Bauch blutig. Seit Jahren muss sich die Daunen­industrie mit Vorwürfen beschäftigen, sie würde Gänse quälen und bei lebendigem Leib rupfen lassen. Jetzt hatten die Anbieter der geprüften Daunenbetten die Chance, die Anschuldigungen zu widerlegen – und haben sie nicht genutzt. Das ist die traurige Erkennt­nis aus dem großen Daunen-Test der Stiftung Warentest. Die test-Experten haben im ersten Schritt Bett­decken auf ihre Qualität hin getestet und im zweiten Schritt über­prüft, inwiefern sich die Anbieter an die Kriterien für soziale und ökologische Unternehmensführung (CSR) halten. Immerhin eine der getesteten vierzehn Oberbetten war gut. Im CSR-Test schneidet der Anbieter jedoch nur mit ausreichend ab.

Nur eine von 11 Daunendecken schneidet bei einem Test der Stiftung Warentest mit dem Qualitätsurteil „Gut“ ab. In vielen der geprüften Decken zu Preisen zwischen 80 und 500 Euro stecken minderwertige Füllungen, außerdem ist bei einigen die Haltbarkeit „mangelhaft“. Kein Anbieter kann belegen, dass seine Daunen nur von toten Tieren stammen.

Füllungen mit mindestens 90 Prozent Daunen erster Klasse versprechen alle Decken-Anbieter. Doch in vielen Decken stecken minderwertige, kleine Dauen und mehr Federn als angegeben. Sie halten Wärme meist schlechter als bauschige Daunen. Auch bei der Haltbarkeit gab es bei einigen Decken Abzüge. Sie überstanden nicht einmal drei Wäschen, darunter die teuerste für 500 Euro. Drei ebenfalls getestete Synthetikdecken zu Preisen von 249 bis 330 Euro reichen nicht an die Schlafeigenschaften von Daunen heran und schneiden „befriedigend“ ab.

Tierschützer werfen der Daunenindustrie Tierquälerei vor. Angeblich werden Gänse oft lebendig gerupft. Beim Test von 26 Kriterien zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung konnten die Anbieter die Vorwürfe nicht entkräften. Kein Anbieter belegte gegenüber der Stiftung Warentest, von welchen Höfen die Daunen kommen – nicht einmal jene, die dem Verbraucher mit Brief und Siegel garantieren, dass die verwendeten Daunen und Federn nicht von lebenden Tieren stammen. „Das ist ein Armutszeugnis“, so die Tester. Heute erscheint das neue Heft.

Stiftung Warentest

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