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DBV rät vor Anbau GVO ab

Landwirtschaft

GVO: Mehr Anbau 2008

Morgen wird der Bundestag alle Voraussicht nach, das Gentechnikgesetz endgültig beschließen. Nachdem in der letzten Woche die NLV für Wirbel und unterschiedliche Ansichten sorgte, ist es heute beim Anbaugesetz über gentechnisch veränderte Organismen genauso.

Streit auf den Dörfern
Der Anbauverband Naturland schätzt, dass das Gesetz zu Streit auf den Dörfern führen wird. Unterschiedliche Abstandsregelungen zwischen konventionell und ökologisch bebauten Feldern und mögliche individuelle Absprachen zwischen Nachbarn "führen zur Verunsicherung bei allen Landwirten". Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland: "Die derzeitige positive Grundstimmung in der Landwirtschaft wird durch die Verabschiedung des Gesetzes erschüttert." Öko-Bauern werden ihre Ware auch unter dem Schwellenwert von 0,9 Prozent GVO-Anteil nicht mehr verkaufen können und blieben auf ihrem Schaden sitzen, so der Verband weiter.

Haftungsregelungen kontra Schäden
Nehmen Abnehmer Ware unterhalb des Grenzwertes von 0,9 Prozent GVO-Anteil die Ware nicht mehr ab, muss sich der Geschädigte eine Haftung vor Gericht erstreiten. Damit trägt er ein erhebliches Kostenrisiko, teilt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW mit. Eine Lösung hätte darin bestanden, dass die Haftung auch unterhalb des Grenzwertes greift.

DBV rät Anbau ab
Weil die Haftung weiterhin verschuldensunabhängig ausgestaltet sein wird, rät der Deutsche Bauernverband (DBV) vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab. "Landwirte sind danach trotz gesetzeskonformen Verhaltens einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt." Der DBV kritisiert weiterhin, dass die Saatgut-Industrie aus der Verantwortung genommen wurde.

Mehr Anbau 2008
Bauern, die den Anbau von Bt-Mais planen, müssen die vorgesehen Fläche bis drei Monate vor der Saat beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit melden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind rund 3.000 Hektar auf 220 Standorten angemeldet, was auf eine Steigerung der Anbaufläche gegenüber 2007 hinweist. In diesem Jahr würden etwa 300 Hektar mehr genutzt.

Imkerprobleme unterschlagen
Der BÖLW kritisiert in seiner Stellungnahme, dass in dem Gesetz die Probleme der Imker gar nicht betrachtet werden. Offene Fragen sind, ob sie in Haftung genommen werden können, wenn ihre "Bienen zum "Medium" der Verunreinigung werden" oder ob "GVO im Honig in Zukunft akzeptiert werden" muss.

roRo

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