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Dem Dorsch ins „Ohr“ geschaut

Landwirtschaft

Wie zählt man Fische?

Thünen

Wissen Sie, wie und warum man Fische in der Ostsee zählt? Und welche Rolle dabei das Gehörsteinchen eines Dorsches spielen kann? Die Antworten darauf gibt es am Stand des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Die in Rostock ansässigen Wissenschaftler untersuchen nämlich, wie es um die Bestände von Dorsch und Hering, Sprotte und Flunder, Scholle und Meerforelle im größten Brackwassermeer der Erde steht. 92 Proben von jeweils einigen hundert Kilogramm Fisch haben sie dafür im vergangenen Jahr an verschiedenen Stellen aus der Ostsee geholt und analysiert. Zusammen mit Zahlen der amtlichen Behörden berechnen sie daraus den aktuellen Fischbestand und geben Empfehlungen zu Fangquoten ab, die von den EU-Ministern für jedes Jahr festgelegt werden.

Dabei hilft ihnen auch das Gehörsteinchen der Fische: Unter dem Mikroskop können die Thünen-Wissenschaftler anhand der Wachstumsringe das Alter bestimmen. Das ist wichtig, um die zukünftigen Bestandszahlen zu schätzen und somit für ein Gleichgewicht zu sorgen. „Die Folgen einer Überfischung sind wesentlich dramatischer als die einer Unterfischung“, sagt Dr. Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei. Bei der Empfehlung zu den Fangquoten sei man daher eher vorsichtig. Die Messebesucher können sich am Stand selbst einmal übers Mikroskop beugen und einem Dorsch aufs Gehörsteinchen schauen.

mla; Foto: BMEL/Holger Groß

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