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Der Asiatische Marienkäfer in Brandenburg

Landwirtschaft

Harmonia axyridis ist noch nicht im Winterquartier

Weltweit gibt es rund 5.500 Arten Marienkäfer, die überwiegend in den Tropen und Subtropen leben. In Europa gibt es rund 230 verschiedene Marienkäferarten und in Deutschland 80. Die possierlichen Krabbler können auch manchmal ziemlich lästig werden, als beispielsweise vor einigen Jahren 25 Millionen Käfer, die gerne als Glückssymbol verwendet werden, einen fünf Kilometer langen Ostseestrandabschnitt belagerten.

Harmonia axyridis hat die Oder erreicht
In so großen Mengen ist der Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis noch nicht aufgefallen. Seit 2004 beobachtet aber der Harmonia axyridis 2006 LVLFPflanzenschutzdienst beim Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LVLF) in Frankfurt/Oder den nicht bei uns heimischen Käfer auch in Brandenburg. 2006 hat er die Gebiete an der Oder erreicht und ist nicht mehr nur einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen, sondern bereits flächenhaft.
Auch Harmonia axyridis profitiert von den milden Spätherbsttemperaturen und hat seine Winterquartiere noch nicht aufgesucht, teilte das LVLF jetzt mit. Statt dessen erobert er neue Besiedlungsgebiete. Inwieweit das Fraßverhalten des Käfers Auswirkungen auf die heimischen Marienkäferpopulation hat, müsse erst noch in den nächsten Jahren beobachtet werden.

Flucht aus den Gewächshäusern
Der sechs bis sieben Millimeter große Käfer stammt ursprünglich aus Asien, was ihm auch seinen Namen gegeben hat. In europäischen Gewächshäusern wird er allerdings gerne im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Von dort hat er den Weg in die Freiheit gefunden und kommt offenbar mit dem mitteleuropäischem Klima gut zurecht.
Im Gegensatz zum Siebenpunkt, der das Insekt des Jahres 2006 geworden ist, ist dieser Krabbler fast verschwenderisch mit Punkten ausgestattet. Bis zu 19 schwarze Punkten können es auf den Flügeln sein, wobei Einzelexemplare auch gar keine Punkte aufweisen können. Charakteristisch ist das „M“ oder „W“ auf dem Halsschild.
Auf Blattläuse im Gewächshaus angesetzt, frisst er diese auch in freier Natur. Findet er allerdings keine mehr, dann weicht er auf andere Nahrung aus: Larven von Gallmücken, Schmetterlingen oder anderen Insekten. Ist selbst diese Beute rar, kannibalisieren die schmucken Käfer auch den Nachwuchs verwandter Arten – oder gar den eigenen.
Natürliche Feinde haben die Tiere nicht, denn sie haben Inhaltsstoffe, die Fressfeinde abschrecken.

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roRo; Foto: Ulrike Holz, LVLF (Harmonia axyridis)

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