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Der Herbst-Heerwurm in China

Landwirtschaft

Herbst-Heerwurm in China schneller als die Schweinepest

China ist verwaltungstechnisch in 22 Provinzen aufgeteilt. Die Afrikanische Schweinepest hat sich in den letzten Jahren in alle Provinzen ausgebreitet. Der Herbst-Heerwurm ist erst seit Januar 2019 in China aktiv und hat in den vergangenen Monaten bereits 15 Provinzen erobert. Die Regierung hat gegen den Getreidefresser bereits einen Notfallplan erlassen. Da Spodoptera frugiperda keine natürlichen Feinde hat und neben Mais auch Reis, Weizen, Sorghum, Zuckerrohr, Baumwolle, Sojabohnen und Erdnüsse befällt, rechnen Experten mit Auftreten des Heereswurms in den nördlichen Getreideregionen schon diesen Monat. Befördert würde die Ausbreitung durch warme Sommertemperaturen und der Vegetationsentwicklung.

Von Yunnan aus hat sich der Herbst-Heereswurm auf mehr als 90.000 Hektar ausgebreitet. In Afrika hat sich der Heereswurm ebenfalls rasant zwischen 2016 und bis Januar 2018 südlich der Sahara  in Gänze ausgebreitet. 44 Länder mit mehr als 25 Millionen Quadratkilometer sind betroffen. Insgesamt sind 31 Arten auf sechs Kontinenten bekannt und verursacht Ertragsverluste und Qualitätsminderungen.

Die schnelle Ausbreitung resultiert aus der hohen Fortpflanzungsfähigkeit. Der Eulenfalter braucht je nach Temperatur nur 35 bis 61 Tage für einen Repdoduktionszyklus. Die Weibchen produzieren im Verlauf ihres Lebens bis zu 2.000 Eier in Gelegen mit 100 bis 200 Eiern und legen in einer Nacht Entfernungen bis zu 100 Kilometer zurück. Die bevorzugte Wirtspflanze ist zwar Mais, aber die Raupen fressen sich an 186 Pflanzenarten aus 46 Familien satt.

Die chinesische Regierung hat in allen lokalen Landwirtschaftsbüros Monitoringprogramme etabliert, stellt Fallen auf und verfolgt die Ausbreitung. Ein offizielles Pilotprogramm gegen den Heereswurm gibt es seit dem 18. März 2019 und versucht vor allem mit Fruchtfolgen auf 30 Prozent der betroffenen Regionen der Raupe die Lebensgrundlage zu nehmen. Die Landwirte sollen zudem leichteren Zugang zu Pflanzenschutzmitteln erhalten und hat Ende Mai in Peking ein Seminar üebr den chemischen Pflanzenschutz gegen Spodoptera veranstaltet. 20 Insektizide und drei Sprays wurden ausgewählt, um in Regionen der Provinzen Yunnan, Guizhou, Guangdong, Guangxi und Hainan Erfolge zu erproben.  Weltweit ist kein einziges Mittel gegen den Heereswurm zugelassen. Beobachtungen aus Afrika und Nordamerika zeigen, dass der Herbst-Heereswurm sich schnell an Pflanzenschutzmittel und gentechnisch veränderte Pflanzen mit einem Schutzbakterium anpassen und überleben kann.

Über die Höhe der bisherigen Schäden ist noch nichts bekannt. Georg Goergen vom Tropischen Institut Cotonou in Benin bezifferte 2018 auf dem 61. Deutschen Pflanzenschutztag der Universität Hohenheim die Schäden im Mais in 12 afrikanischen Ländern mit 2,4 bis 6,1 Milliarden US-Dollar bei einem mittleren Ertragsverlust von 16,1 Milliarden Tonnen.

Die zahleichen Feldkulturen aber geben einen Hinweis darauf, dass auch die Früchte betroffen sind, die China exportiert oder importiert. Der Heereswurm in China wird wie bei der Afrikanischen Schweinepest  auch Auswirkungen auf den Weltmarkt haben.

Roland Krieg

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