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Die Energierübe lagerfähig machen

Landwirtschaft

Optimale Lagerung von Energierüben

Weil die Zuckerrübe zu 94 Prozent aus leicht fermentierbaren Kohlenhydraten besteht, ist sie als Energie-Rübe gut einsetzbar. Auf guten Rübenstandorten ist der Methanertrag sogar höher als von Mais. Die Vergärung erfolgt sehr schnell. Dadurch sind höhere Durchsätze möglich und der Gasertrag steigt. Für den Ackerbau ist die Hackfrucht Zuckerrübe eine willkommene Abwechslung und hinterlässt ausreichend Blattmasse auf dem Feld.

Energierüben

Nach Auslaufen der Zuckerquote im Jahr 2017 kann Beta vulgaris ssp. vulgaris var. altissima, wie die Rübe lateinisch exakt heißt, ihren Fortbestand als Energierübe sichern. Nur das Lagern der Rübe ist nicht so einfach. Die Rübe selbst ist zwar lange lagerfähig, doch soll sie aufbereitet jederzeit dem Biogasfermenter zugeführt werden können. Dazu gehört auf jeden Fall die Reinigung und Zerkleinerung der Rübe.

Die erste Reinigen findet auf Rüttlern statt. Da werden Steine und Erde ab 40 mm Größe trocken entfernt. Die vorgereinigten Rüben kommen dann in einen Trennzerkleinerer, der durch eine Sieblochung Fremdpartikel zwischen 15 und 30 mm entfernt. Was übrig bleibt ist pumpfähig und kommt durchläuft noch einen Sedimentabscheider. Erst dann ist die Energierübe für den Fermenter einsatzbereit. Für die erste Entsteinung gibt es bereits mobile Maschinen, die auf einem LKW-Zug befestigt werden. Werden Rüben nass gereinigt, muss die Einsilierung schnell erfolgen, sonst beginnen sie im feuchten Milieu zu faulen.

Grob zerkleinert kann die Rübe zusammen mit Mais einsiliert werden. Für die alleinige Silierung folgt eine weitere zerkleinert. Sie dürfen beim anschließenden Pumpen die Anlagen weder zerstören noch verstopfen. Hier kommen verschiedene Pumpen mit Häcksler zum einsatz. „Flüssigrüben“ sind zu einem Brei verarbeitet. Der weist eine hohe Reaktivität im Fermenter auf. Gelagert wird die Flüssigrübe im Hochsilo oder in einem Erdbecken. Insgesamt ist die Aufbereitung eine kostspielige Angelegenheit.

Erdbecken mit Zuckerrübenmus und Pumpe; Foto: D. Riesel (FNR)

Beste Rübenkonservierung

Das Institut für Landtechnik der Universität Bonn untersucht in einem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unterstütztem neuen Projekt die praktisch bedeutsamsten Ansätze zur Rübenkonservierung. Im Vergleich stehen Erdbecken, geschlossener Behälter, Fahrsilo, Folienschlauch und Feldrandmiete. Bereits vorhandene werden mit neu erhobenen Daten von Praxisbetrieben ergänzt und parallel mit Laborergebnissen verglichen. Am Ende sollen die Verfahren unter ökonomischen, Aspekten der Energieeffizienz und Verfahrungstechnik bewertbar sein. Das kann den Einsatz der beta vulgaris als Energierübe voranbringen.

Nicole Paul (FNR) / Roland Krieg

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