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Die extra Portion Dünger

Landwirtschaft

Ameisen düngen Kaffeepflanzen

Pflanzen, die mit Ameisen in Symbiose leben heißen Myrmekophyten. Die Kaffeepflanze ist so eine „Ameisenpflanze“ die durch die sechsbeinigen Insekten profitiert und im Gegenzug Nahrung und Schutz vor Räubern bietet.

Im Labor haben Wissenschaftler von der Fakultät für Biolebenswissenschaften der Universität Aarhus Weberameisen auf Kaffeepflanzen beobachtet. Diese bewohnen Coffea arabica und verzehren andere Insekten, die der Kaffeepflanze gefährlich werden könnten. Von Ameisen bewohnte Pflanzen wachsen besser – warum, war aber bislang unklar.

Einige von 24 Kaffeebäumchen im Labor wurden mit Hängebrücken für die Krabbler verbunden. Andere wurden auf diese Weise als Kontrollgruppe ausgelassen. Die Weberameisen bekamen spezielles Futter, das mit einem Stickstoff-Marker versehen war. So konnte das Team um Joachim Offenberg den Weg des Stickstoffs im Kaffeebaum-Ameisen-Universum nachvollziehen.

Schon nach 14 Tagen zeigte sich, dass der markierte Stickstoff in den von Ameisen bewohnten Bäumchen höher als in der Kontrollgruppe ist. Die Baumkronen waren auch deutlich größer als die allein wachsenden Kaffeebäume. Die Ameisen hinterlassen beim Herumkrabbeln ihre Exkremente auf den Blättern. Aminosäuren und Harnstoff werden von den Blättern als Dünger aufgenommen. Der Gehalt an markiertem Stickstoff in den Blättern und der Gesamtstickstoffgehalt war an den Ameisenpflanzen war höher. „Zum  ersten Mal haben wir gezeigt, dass Nährstoffe aus Ameisenexkrementen von den Blättern aufgenommen und an andere Stellen im Baum transportiert werden“, fasst Offenberg die Ergebnisse zusammen.

Bislang gingen Pflanzenexperten davon aus, dass die Ameise über den Wurzelbereich Nährstoffe an die Pflanze abgibt. Auch spezielle Gewebe im Baumkronenbereich, die als Nistgelegenheit dienten,  waren im Gespräch. Sollte sich der Nährstoffaustausch über das Blatt als generelles Prinzip ableiten lassen, könnten auch andere Pflanzen, die bislang nicht von Ameisen besiedelt werden, von der „extra Portion Dünger“ profitieren.

Lesestoff:

Pinkalski, C. et al. (2017): Foliar uptake of nitrogen from ant faecal droplets: An overlooked service to ant-plants. In: J Ecol. 2017;00:1–7, (31. August 2017) doi: 10.1111/1365-2745.12841

Roland Krieg

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