Menü

Die Forschung mit Insekten

Landwirtschaft

Gießen hat ein neues Insektenforschungszentrum

Die niedlichen Marienkäfer bringen nicht nur Glück, sie fressen auch Blattläuse. Damit sind sie dem Menschen auch real zu Nutzen. Bienen und Hummeln sind die bekanntesten Bestäuber und dienen Volksbegehren für mehr Artenschutz als Symbolträger. Krabbelnde und fliegende Insekten sind auch Nahrungsquelle: Für Menschen und für Nutztiere.

In der Universitätsstadt Gießen öffnet in dieser Woche das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME ein neues Forschungsgebäude. Von dort aus darf Prof. Dr. Andreas Vilcinskas mit seinen Lieblingstieren die Welt der Bio-Ökonomie bereichern. „Die Insekten gelten als die erfolgreichste Tier- oder Organismengruppe auf der Erde. Ich bin davon überzeugt, dass diese Biodiversität, die man auf der Artebene sieht, sich auch auf der Molekülebene widerspiegelt. Das heißt, sie sind eigentlich ein riesengroßer Wirkstoffschrank, und es geht nun darum, gezielt diese neuen Wirkstoffe zu entdecken und für die Menschheit nutzbar zu machen."

Hinter dem neuen Institut verbirgt sich der Begriff LOEWE Zentrum für Insektenbiotechnologie & Bioressourcen. So haben Wissenschaftler im Blut des Asiatischen Marienkäfers Parasiten gefunden, die auf einheimische Arten überspringen und zum Aussterben bringen. Umgekehrt heißt das: Der Asiatische Marienkäfer muss gegen diese Parasiten immun sein. Daraufhin haben die Experten im Blut den Stoff Harmonin gefunden, der nicht nur den eigenen Marienkäfer schützt, sondern auch wirksam gegen Malaria und andere Bakterien ist. Harmonin ist chemisch gesehen ein Alkaloid mit dem Potenzial für verschiedene Medikamente gegen Tropenkrankheiten.

Gelbe Biotechnologie

Die Insektenbiotechnologie wird auch als Gelbe Biotechnologie bezeichnet. Die Wissenschaftler verstehen darunter den Einsatz biotechnologischer Methoden, um Insekten oder von diesen stammende Moleküle, Zellen, Organe oder symbiontische Mikroorganismen für Anwendungen in der Medizin (Rote Biotechnologie), im Pflanzenschutz (Grüne Biotechnologie) oder in der Industrie (Weiße Biotechnologie) nutzbar zu machen. Gelb leitet sich hierbei von der Insektenhämolymphe ab, die in vielen Fällen eine gelbe Färbung besitzt. Der LOEWE im Namen stammt von der Hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ des Hessischen Wissenschaftsministeriums.

roRo

© Herd-und-Hof.de Nutzungswünsche: https://herd-und-hof.de/impressum.html

Zurück