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Die Welt des Apfels

Landwirtschaft

Interpoma wirft einen Ausblick auf den Apfelmarkt

Messe Bozen mit der Interpoma

Mit 489 Ausstellern aus 24 Ländern und 20.000 Besuchern aus 70 Ländern ging Mitte November die „Interpoma“ 2018 in Bozen zu Ende. „Auffallend war das große Interesse an den Kongressthemen: Aufstrebende Apfelnationen im Osten, Indien als möglicher Absatzmarkt der Zukunft, biologische Anbaumethoden und die Weiterentwicklung des integrierten Anbaus aber auch die Frage nach den Apfelsorten der Zukunft“, sagt Messe-Direktor Thomas Mur.

Die Messe blickt nach Osten. Mit 4,5 Millionen Tonnen Äpfeln ist die Ernte in Polen schon doppelt so groß wie in Italien. In Russland und Zentralasien wird viel Geld in Land und Boden investiert. Tausende neue Apfelplantagen mit Pflanzmaterialien aus Italien und den Niederlanden sind dort entstanden. Die Ernte der großen Kapitalgesellschaften wird nicht nur den Binnenmarkt, sondern auch den Weltmarkt bedienen.

Kongress-Direktor Kurt Werth sieht dennoch einen hohen Beratungsbedarf, weil für viele Plantagen ungeeignete Böden ausgewählt wurden. Das gilt auch für den Iran, der einer der größten, aber meist unbekannteren Apfelproduzenten der Welt ist. Der Anbau wird noch in veralteten Techniken mit großer Ineffizienz durchgeführt.

Südkorea baut hingegen Äpfel auf kleinen Familienbetrieben an und ist nach Werth mit dem Anbau in Südtirol vergleichbar. Japaner essen gerne Äpfel und haben hohe Ansprüche an die Qualität. Doch ein japanischer Apfel ist rund zehnmal so teuer wie einer aus Europa. Grund ist die Nutzung vieler Arbeitskräfte. Japan produziert mit 800.000 Tonnen knapp unter der Erntemenge Südtirols, die bei einer Million Tonnen liegt.

Indien ist ein Sonderfall. Für 1,5 Milliarden Einwohner werden auf dem Subkontinent lediglich zwei Millionen Tonnen Äpfel produziert. Bei einem angenommenen Konsum von zwei bis drei Kilo Äpfel pro Kopf  und Jahr muss Indien jährlich drei Millionen Tonnen Äpfel auf dem Weltmarkt kaufen. Das Land bietet sich als wertvoller Absatzmarkt an.

Weihai liegt am Gelben Meer gegenüber der nordkoreanischen Küste und gilt als einer der Kernregionen des chinesischen Apfelanbaus. Vor rund 100 Jahren wurden dort die ersten Apfelbäume gepflanzt. Heute stehen die Bäume auf etwa 47.000 Hektar. Die Landwirte haben mit modernster Technik die Marktführerschaft in China übernommen. Auf 20.000 ha werden Äpfel bereits in modernen Plantagen erzeugt.

Platz für Bio-Äpfel findet sich auf den Märkten in Nordamerika und Europa. „In den übrigen entwickelten Ländern spielen Nachhaltigkeit, Schutz der Ressourcen und ökologische Verantwortung noch eine weniger wichtige Rolle“, erläuterte Fritz Prem vom Branchenverband Europäisches Bioobst-Forum. Deutschland und Frankreich sind die größten Abnehmer von Bio-Äpfeln, die nordischen Länder rücken nach. Südtiroler Bauern sind die größten Anbieter und haben große Umstellungsraten bei den Plantagen. Das Wachstum findet in Ländern mit hoher Kaufkraft statt. In Österreich hat das Bio-Segment einen Anteil von zehn Prozent, in anderen europäischen Ländern zwischen fünf und acht Prozent. Das kommt am Ende auch den Obstplantagen zugute. Hilfreich für eine Umstellung sind zunehmende Forschung und internationaler Erfahrungsaustausch von Obstbauern. Vitalität und Robustheit sind wichtige Charaktereigenschaften von Bio-Äpfeln. Prem rechnet damit, „dass regelmäßig neue, verbesserte Sorten auf den Markt kommen.“ Für Bioobstbauern ist das Bodenmanagement eine der größten Herausforderungen. Dabei geht es um das Wechselspiel zwischen Bearbeitung, Bepflanzung, Erwärmung, Belüftung, Mineralisierung sowie Verdunstung.

roRo; VLE; Foto: Interpoma

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