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Digitalisierung ohne Nutztierhaltung?

Landwirtschaft

Farming 4.0 legt den Schwerpunkt auf den Ackerbau

70 Prozent der Betrieb in Deutschland halten Nutzvieh. Die Produktionsschwerpunkte sind je nach Bundesland unterschiedlich verteilt, aber bei Milch und Schweinen ist Deutschland der größte Produzent in Europa. Doch geht die Digitalisierung an der Veredlungswirtschaft vorbei?

Dieser Eindruck täuscht nicht, wie Nora Kühne, Benno Spilker und Dieter Hake von Weidezaunhersteller Horizont auf der Eurotier in Hannover feststellten. Wie beim Smart Home gibt es mittlerweile auch smart fencing in der Landwirtschaft. Auf dem Handy kann der Tierhalter den Zustand des Elektrozaunes kontrollieren. Stimmt die Spannung? Ist der Stromkreislauf geschlossen oder gibt es einen Alarm, wo die Tiere ausgebrochen sind?

Nein, die Digitalisierung gibt es auch in der Tierhaltung. Bei der Fütterung werden Futteraufnahme und Fresszeiten ermittelt. Beim Melken werden Gesundheitswerte, der Zustand des Immunsystems und natürlich die Milchqualitäten aufgezeichnet. Die Tierüberwachung im Stall stellt Ruhe- und Liegezeiten fest, misst die Temperatur der Tiere.

Die Digitalisierung hat beim Einzeltier und für die Rückverfolgbarkeit, für die Überwachung des Gesundheitszustandes und auch für die Arbeitseffizienz, wie viele Tiere pro Arbeitskraft gehalten werden können, Einzug gehalten.

Doch die „Big Data“ gibt es nicht. Eine Analyse der vier am meisten verkauften Farmmanagementsysteme weist bei drei Systemen nur den Ackerbau als Einsatzort aus. Die Zusammenführung der vielen Einzeldaten zu einem System mit Mehrwert für die Tierhaltung gibt es noch nicht. Werde keines geschaffen, so nutzt der Tierhalter auch 2025 noch Exceltabellen, orakelt Dieter Hake.

Precision Livestock Farming steckt noch in den Kinderschuhen lautet ein Fazit der Eurotier in Hannover.

Roland Krieg

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