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Dinkel – Ein Markt mit Zukunft

Landwirtschaft

Dinkel für die Trockenstandorte?

Dinkel

Klimawandel und Verbraucherwünsche verändern seit je her die Landwirtschaft. Dinkel kommt als „Urgetreide“ wieder zurück ins Brot und wird nicht nur Ökobetrieben angebaut [1]. Wichtig bei der Ausweitung auf konventionelle Betriebe: Die Vermarktung muss stimmen. Bäcker und Mühlen erweitern seit Jahren das Dinkel-Angebot und die Anbaufläche ist seit 2014 von 50.000 auf 100.000 Hektar angewachsen. Die Saaten-Union hat in einer neuen Broschüre ihre Sorten mit Informationen um den Spelz gesammelt, der mit dem heutigen Weichweizen eine enge Verwandtschaft aufweist. Urformen des Vesen, auch Schwabenkorn genannt, sind nicht bekannt. Dinkel und Weizen stammen vom Hartweizen ab. Geschichtlich wurden Dinkel und Weizen oft nebeneinander angebaut und bereichern das Sortiment mit verschiedenen Mischformen.

Züchterische Verbesserungen bei Dinkel und Weizen haben früh eingesetzt. Alte Landsorten wie das Oberulmer Rotkorn sind als „Urdinkel anerkannt. Für die Dinkelreinheit werden das Verhältnis der Proteinfraktionen Gliadin zu Glutenin herangezogen.

Stabil bei Wetterextremen

Schon der Ökolandbau hat Dinkel nicht wegen seiner Ertragshöhe, sondern wegen seiner Ertragsstabilität geschätzt und in die Fruchtfolgen zur Unkrautunterdrückung aufgenommen. Das übernimmt mittlerweile auch der konventionelle Landbau. Sind in den vergangenen Trockenjahren die Erträge von Weizen gesunken, zeigt sich der Dinkel stabil und reicht bis auf wenige Dezitonnen schon an den Weizen heran. In der Fruchtfolge kann er Winterweizen ersetzen, nur nach Stoppelweizen geht der Ertrag zurück. Durchwuchs von Weizen muss unterbunden werden, um die Reinheit bei der Vermarktung nicht zu gefährden. Durch seine intensivere Bestockung unterdrückt Dinkel Unkraut zuverlässiger und die mechanische Unkrautbekämpfung kann auf zwei Striegelgänge reduziert werden.

Entspelztes Saatgut

Das Dinkelkorn ist sehr gut geschützt. 25 bis 30 Prozent Gewichtsanteil machen die Spelzen aus, die das Korn fest umhüllen. Für die Vermahlung müssen die Spelzen mit einem speziellen Gerbgang entfernt werden. Die Spelzen behindern auch das Ausbringen als Saatgut. Mittlerweile steht entspelztes Saatgut. Zur Verfügung. Dafür werden Keimfähigkeit und Triebkraft des Samenkorns mit neuester Technik nicht beeinträchtigt und können die Samen auch gebeizt werden. Allerdings steigen die Saatgutkosten.

Lesestoff:

[1] Kühle Rechner setzen auf Hafer und Dinkel: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/kuehle-rechner-setzen-auf-hafer-und-dinkel.html

Dinkel-Infobroschüre: www.saaten-union.de

Roland Krieg; Foto: Saaten-Union

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