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Dritter Erntebericht

Landwirtschaft

Regen bremst Ernte aus

Nachdem die Getreideernte in den vergangenen Wochen rund zwei bis drei Wochen früher dran war, hat der Regen der letzten Woche die „Getreideernte auf der Zielgeraden ausgebremst“, berichtet heute der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem dritten Erntebericht. Für Kartoffeln und Rüben hingegen brachte der Regen Segen.

Getreide
Witterungsbedingt stehen noch etwa 13 Prozent der Getreideernte auf dem Halm. Hauptsächlich betroffen ist der Weizen, dessen reife Körner jetzt durch die feuchte Witterung auch noch erheblich an Qualität verlieren. Anhand der bisherigen Ertragsschätzungen wird die gesamte Erntemenge an Getreide bei etwa 40,7 Mio. Tonnen liegen. Das sind 11,7 Prozent weniger als 2005 und beinhaltet bereits die noch nicht geerntete Menge Körnermais. Der Juni versprach noch eine gute Ernte, der Juli hat die Bauern enttäuscht, so der DBV.
Je nach Getreideart und Region liegen die Erzeugerpreise um 1 bis 2 Euro über dem Vorjahresniveau. Dem müssen die Bauern aber gestiegene Kosten für Produktionsmittel wie Dünger und Diesel entgegensetzen. Bislang entstanden den Bauern keine Trocknungskosten – die aber für den Rest der Ernte anfallen werden.
Am meisten erwischt hat es die Sommergerste: Die Erntemengen werden voraussichtlich um 23 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen zurückgehen. Die Mengeneinbußen resultieren aus einem erheblichen Anbaurückgang und der Trockenheit und Hitze. Eine späte Aussaat und frühe Abreife hatten die Wachstumszeit der Gerste erheblich verkürzt, so dass die Phase der Kornfüllung zu kurz geriet. Größere Mengen werden nicht als Braugerste vermarktet werden können, sondern werden mit entsprechenden Preisabschlägen in den Futtertrog wandern.

Winterraps und Winterfutter
Auch der Winterraps hat unter der Witterung gelitten und kann die Nachfrage nach Rapsöl nur knapp bedienen. Allerdings hat sich daraus ein fester Preis gebildet, so dass der DBV den Energiewirten trotzdem einen Gewinn prophezeit. Die Erntemenge von 4,7 Mio. t liegt sechs Prozent unter Vorjahresniveau, obwohl die Anbaufläche um 80.000 ha ausgedehnt worden war. In Schleswig-Holstein und den östlichen Bundesländern wurden Ertragsrückgänge um bis zu 70 Prozent gemeldet.
Bauern haben mit der Einrichtung von Futterbörsen begonnen, einen Ausgleich für Ertragsausfälle bei Mais und Gras zu suchen. Trotzdem werden Betriebe teures Futter zukaufen müssen und der DBV berichtet von einzelnen Fällen, in denen der Tierbestand abgebaut wurde.

Hilfen
Am stärksten unter dem Sommer gelitten haben Betriebe im Süden und Osten Brandenburgs, im Norden mit dem Übergang zu Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holstein. Um den Betrieben aus der finanziellen Notlage zu helfen werden ihnen Steuern gestundet und es gibt ein Sonderkreditprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Im September werden EU-Ausgleichszahlungen vorzeitig ausgezahlt.

roRo

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