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DRV fordert Einstellung von Langzeittransporten

Landwirtschaft

Handlungsbedarf in der Tierhaltung

Der Fachausschuss Vieh- und Fleischwirtschaft des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) hat angesichts der gesellschaftlichen Diskussionen um die Nutztierhaltung Handlungsbedarf in einigen Bereichen formuliert und fordert Unterstützung von Politik und Tierärzteschaft.

Vor allem den Ferkelerzeugern läuft die Zeit davon [1]. Ausschussvorsitzender Rudolf Festag forderte am Freitag: „Uneingeschränkte Unterstützung bei der Realisierung einer wirksamen Lokalanästhesie von Ferkeln. Wir hören viele Bedenken gegenüber einzelnen Alternativen und kennen die Zulassungsanforderungen für die Umsetzung neuer Präparate. Schweden zeigt uns dagegen, wie es geht. Dort wird seit dem 1. Januar 2016 die lokale Anästhesie nach entsprechender Schulung der Anwender und mit Umwidmung für Lidocain-Präparate praktiziert, weil es politisch gewollt ist.“

Zu zwei in den Medien weit verbreiteten Aspekten hat der DRV ebenfalls Stellung genommen. Zur Studie der TiHo Hannover zu Tierschutzdefiziten beim Umgang zu kranken und verletzten Tieren heißt es: „Für uns ist es wichtig, dass wir den Tierhaltern auch Verfahren zur Verfügung stellen, die ohne Blutentzug anwendbar sind.“ Landwirte müssen zudem unter Einbindung der bestandsbetreuenden Tierärzte gezielter entscheiden, ob eine Behandlungsmaßnahme beim Tier zielführend ist. „Dafür sind die Vermittlung der Sachkunde und vermutlich auch regelmäßige Schulungen der Tierhalter und Mitarbeiter in Nutztierbeständen unverzichtbar, um die notwendige Sensibilisierung zu erreichen.“ Der DRV erstelle dazu einen Leitfaden.

Großen Wirbel hat der Bericht über Langzeittransporte von Lebendtieren gesorgt. Die Ausschussmitglieder forderten einen sofortigen Stopp dieser Transporte. Der DRV ist zudem auf der Internationalen Grünen Woche zum Thema Tiertransporte präsent und unterstreicht die kurzen und regionalen Wege, die für Genossenschaften üblich sind. „Die Sachkunde sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildung ist für den Sektor der Vieh- und Fleischwirtschaft sehr wichtig, um auch dort die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu verbessern. Gerne teilen wir unsere Expertise vor allem mit denjenigen nordafrikanischen Staaten, in denen inakzeptable Transport- und Schlachtpraktiken beobachtet werden, um dort nachhaltig den Umgang mit Nutztieren zu verbessern“, so Festag.

Lesestoff:

[1] Backhaus plant Bundesatsinitiative; https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/lokalanaesthesie-bei-ferkeln-hat-schon-einen-namen.html

roRo

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