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„Düngeverordnung rechnet Probleme nur weg“

Landwirtschaft

Wasserqualität in Schleswig-Holstein unverändert

„Dort, wo hohe Viehbestände und viele Biogasanlagen zusammenkommen, passt der Nährstoffanfall nicht mehr mit den Ausbringungsflächen zusammen“, sagt Landwirtschaftsminister Robert Habeck angesichts des neuen Nährstoffberichtes des Landes.

Nach wie vor halten 23 von 55 Grundwasserkörpern aufgrund der Nitratgehalte die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie nicht ein. „Wir sehen über all die Jahre trotz großer Anstrengungen seitens des Landes keine Verbesserungen. Bei einzelnen Betrieben kommen wir über unsere Beratung weiter und haben Erfolge. Das gilt gelingt jedoch nicht in der Fläche – letztlich können so nur gegen die Symptome ankämpfen, aber nicht gegen die Ursache. Die neue Bundeslandwirtschaftsministerin ist deshalb gefordert, endlich Alternativen für die Landwirtschaft zu entwickeln, die ein wirtschaftliches Auskommen ohne immer größere Tierbestände ermöglichen. Ohne diesen Weitblick und grundsätzliche Änderungen kommen wir nicht weiter“, betonte der Minister.

Unzufrieden bleibt der Minister mit der Düngeverordnung des Bundes: „Der Bund rechnet die Probleme nur weg. Durch die neue Verordnung dürfen Verluste bei den Bilanzen angesetzt werden. Dadurch können wir rein rechnerisch  mit einem Bilanzsaldo von 41 Kilogramm Stickstoff pro Hektar im Landesdurchschnitt den Zielwert von 50 Kilogramm erreichen.“ Doch lägen die Überschüsse bei über 100 kg/ha.

Auch bei den Rückständen von Pflanzenschutzmitteln gibt es Probleme. Zwar haben lediglich elf von 235 Messstellen den Trinkwasserwert von 0,1 Mikrogramm je Liter überschritten, aber: „Sorge aber macht mir, dass wir immer häufiger die sogenannten nicht relevanten Metaboliten im Grundwasser finden. In 72 Prozent der Grundwassermessstellen des Wasserrahmenrichtlinien-Messnetzes können wir diese Abbauprodukte nachweisen. Auch wenn sie nicht so gefährlich sind wie die Wirkstoffe, gehören sie unter Vorsorgegesichtspunkten nicht ins Grundwasser, stellte Habeck fest. „Wir müssen den Einsatz von Pestiziden konsequent reduzieren.“

roRo

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