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Dumme Ziege? Denkste!

Landwirtschaft

Ziegen sind lernfähig

In de artgerechten Nutztierhaltung steht der Stall im Vordergrund, der das Wesen des Tieres und sein Verhalten am besten widerspiegelt. Versuche des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf haben die Lernfähigkeit von Ziegen aufgedeckt. Hintergrund ist die Vertiefung des Wissens über Lern- und Kognitionsfähigkeit, um daraus verbesserte Haltungsbedingungen abzuleiten: „Denn fehlende Kenntnisse über die Lernleistung können zu einem falschen Umgang mit Nutztieren führen“, erklären die Verhaltensexperten.

Tränkwasser hinter Symboltafeln

26 Zwergziegen Capra hircus durften monatelang in zwei Gruppen mit identischen Haltungsbedingungen herumtoben und bekamen täglich 300 Gramm Kraftfutter über eine normale Rundfütterung angeboten. Alternativ durften sie über eine Kletterpyramide an die Leckereien gelangen. Nur, um an das Tränkwasser zu gelangen, mussten sie ihren Grips richtig anstrengen. Mit der Nase mussten sie eines von vier Symbolen auf einem Bildschirm anstupsen. Die Symbole wechselten nach jeder Wahl aufgrund eines Zufallsalgorithmus den Platz. Wählten die Zwergziegen die richtigen Symbole aus, füllte sich die Schalke unter dem Monitor mit Trinkwasser.
Die Aufgabe war alles andere als trivial. Acht verschiedene Symbole mit einem weißen Zentrum lösten die Erfrischung aus, blieb die Mitte schwarz, versagte die Technik die Belohnung. Die Tests wurden nach einer Anlernphase erschwert, indem das Prinzip der weißen oder schwarzen Innenfläche auf komplett neue Symbole übertragen wurde.


Zwergziege am Lernautomaten

Die Ziegen konnten nicht nur „optische Muster“ unterscheiden, sondern visuelle Symbole anhand von spezifischen Gemeinsamkeiten einer abstrakten Kategorie zuordnen. Die Ziegen stehen stellvertretend als Modell für sozial lebende Wiederkäuer.
Weiter will das FBN klären, wie sich Lernen auf Temperament und Verhaltensflexibilität auswirkt und wie Capra hircus emotional mit den Lernaufgaben umgeht.

roRo; Fotos: FBN

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