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EEG hilft der Biogasbranche nicht weiter

Landwirtschaft

Das EEG benachteiligt kleine Biogasanlagen

Aktuell können viele Biogasanlagen in Baden-Württemberg kaum wirtschaftlich betrieben werden. Auch die kürzlich in Kraft getretene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verbessert die bisherigen Rahmenbedingungen nicht. Darauf weist die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) in dieser Woche hin. Otto Körner, Regionalreferent des Fachverbands Biogas und Mitglied im Vorstand der Plattform EE BW, sagt: „Das EEG 2021 setzt einzelne positive Signale, bietet aber keine ausreichende Perspektive für den Weiterbetrieb bestehender Anlagen oder gar den Zubau von neuen Biogasanlagen. Vor allem der gestrichene Flexibilitätszuschlag und neue Regeln bei Ausschreibungsverfahren hemmen den wichtigen Ausbau von Biogas. Nach EEG-Förderende bleibt oft nur der Rückbau der Anlage.“ Wichtig für die Energiewende sei jedoch, die Biogasnutzung im Strom- und Wärmebereich zu steigern, so Körner. Potenziale dafür sieht der Branchenverband beim Einsatz im Verkehr und dem Anschluss an Wärmenetze.

Die meisten Biogasanlagen im Südwesten werden bislang für eine Vor-Ort-Verstromung sowie eine lokale Wärmenutzung eingesetzt. „Strom und Wärme aus Biogas sind wichtige Bestandteile der Energiewende. Biogas kann flexibel Sonnen- und Windstrom ergänzen, indem es sich direkt an die aktuelle Nachfrage anpasst. Da Biogas ein Speicher und gut lagerfähig ist, könnte der Einsatz jedoch viel gezielter erfolgen als bisher. Die Biogasanlagenbetreiber müssen dafür bei Investitionen und Regularien besser unterstützt werden. So könnten alle davon profitieren“, sagt Otto Körner.

Kurz vor der Verabschiedung des neuen EEG wurde der Flexibilisierungszuschlag gestrichen. Auch die Südquote sei nicht ausreichend ausformuliert. Mindestens die Hälfte der bezuschlagten Leistung soll aus der Südregion, wie Baden-Württemberg kommen. Allerdings sei die damit verbundene Anhebung des Gebotshöchstwertes für die vielen kleinen und teurer produzierenden Biogasanlagen immer noch zu niedrig und gefährdeten die Spitzenposition des Landes beim Biogas.

Es gebe aber auch Vorzeigemodelle, wo Ebenweiler, Pfalzgrafenweiler, die Stadtwerke Schwäbisch Hall und das Bioenergiedorf  Isny über Energiegenossenschaften Biogas mit einer Wärmeversorgung vor Ort koppeln. Die rund 150 Bioenergiedörfer in Baden-Württemberg beziehen ihre Wärme zu 90 Prozent aus Biogasanlagen.

roRo

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