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Eier müssen teurer werden

Landwirtschaft

Maissilage als Einstreu gegen Federpicken

Ab 2017 gilt das Verbot des Schnäbelkupierens bei Legehennen in Deutschland. Bisher werden den Hennen die Schnäbel kupiert. Damit soll verhindert werden, dass die Tiere sich gegenseitig bepicken und dabei verletzen, berichtet der Landvolk-Pressedienst. „Das Huhn ist von Natur aus 90 Prozent des Tages auf Futtersuche. Das ist im Stall nicht möglich. Die Tiere müssen deshalb beschäftigt werden und dürfen keine Langeweile haben“, sagte der Geflügelberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), Dr. Peter Hiller. Zwei Jahre wurden 20 Pilotbetriebe mit intensiver Beratung dabei begleitet, Legehennen mit unkupierten Schnäbeln zu halten. Das Fazit der Tierhalter ist eindeutig: Es sei möglich, den Schnabel der Tiere nicht zu kupieren, aber der erhebliche Mehraufwand für die Landwirte müsse bezahlt werden.

Einer der Pilotbetriebe ist der Bauernhof von Ingo Mardink. Er hat recht gute Erfahrungen mit Maissilage gemacht, die er den Tieren als Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stellte. „Durch diese Maissilage, die wir acht Mal am Tag in den Stall einstreuen, haben wir das Problem des Federpickens eigentlich komplett unterbunden“, erläutert Mardink seine Strategie. Die Tiere scharren und kratzen in der Silage und suchen nach den Maiskörnern, so sind sie beschäftigt. Um den Arbeitsaufwand dafür zu reduzieren, hat er eine Maschine entwickelt, die die Silage regelmäßig einstreut. Hinzu kommt jedoch der hohe Zeitaufwand für die verstärkte Tierbeobachtung. Über den Eierpreis konnte Mardink seine Mehrarbeit und seine Investitionen bisher nicht abdecken. Auch Henner Schönecke hat am Pilotprojekt teilgenommen: „Ohne intensive Betreuung werden viele Betriebe die Umstellung nicht schaffen“, ist der Hennenhalter überzeugt.

Auf zwei bis vier Cent pro Ei beziffert die LWK die Kostensteigerung, um den Mehraufwand bei den Tierhaltern auszugleichen. „Bisher wird nur kommuniziert, dass die Preise steigen. Das ist aber noch gar nicht sicher“, stellt Friedrich-Otto Ripke als Vorsitzender des Verbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) klar. „Es wird verkannt, dass das Verbot der Schnabelbehandlung mehr bedeutet. Der Landwirt braucht vitale Legehennen, optimiertes Futter und einen super Stall mit Beschäftigungsmöglichkeiten“, zählt Ripke auf. „Das ganze kostet Geld, für neun Cent lassen sich unter diesen Bedingungen keine Eier produzieren!“ Ripke hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz und die Unterstützung der Politik, um die höheren Preise beim Lebensmitteleinzelhandel langfristig durchzusetzen und die Landwirte bei diesen Schritt zu mehr Tierwohl zu unterstützen.

LPD

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