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Ein Wort zum Wirkstoff Finopril

Landwirtschaft

Finopril und der Untergang des Abendlandes

Kommentar

Am Wochenende rankten vor allem in öffentlich-rechtlichen Medien Verschwörungstheorien, die mal wieder bis nach Rumänien wirkten. Das Land, das nicht nur Dracula beherbergt, sondern auch geheimnisvolle Chemiefabriken in seinen Karpatenwäldern betreibt. Unterirdisch natürlich.

So wurde eine Spur des Finoprils, das die Firma Poultry-Vision nutzte „bis nach Rumänien zurückverfolgt“. Eine Spur, die zulassungstechnisch so kalt ist, wie der Schneemann im Winter.

Finopril ist ein zugelassener Wirkstoff, der angewandt werden darf. So können Kuschelhunde auf dem Sofa mit „Medikamenten“ gegen Zecken und Läuse behandelt werden, die ausschließlich den Wirkstoff Fipronil beinhalten! Das ist richtig und erlaubt.

Was dagegen nicht geht, was verboten ist und daher auch falsch ist: Fipronil darf nicht bei Tieren zur Lebensmittelproduktion eingesetzt werden.

Über den Wirkstoff Finopril kann per se gestritten werden. Zu seiner Zeit. Aber im vorliegenden Fall geht es um die falsche Anwendung. Hier hat die „Zulassung Mensch“ versagt.

Aus diesem Grunde sollte sich auch die Fachpresse fragen, ob Berichte über den Kriminalfall mit Bildern von Eiern verziert werden müssen?

P.S.: Mittlerweile liegen eine ganze Reihe an Messungen der Fipronilgehalte deutscher Eier vor. Daraufhin hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die gesundheitliche Bewertung bei Kindern nach unten korrigiert. Die Werte liegen bei 0,051 mg Fipronil pro Kilo Ei und Hühnerfleisch. „Nach dieser Datenlage ist nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich.“  (www.bfr.bund.de)

Roland Krieg

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