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Eindeutiges Votum für Schlachthauskamera

Landwirtschaft

Großbritannien wird Kameras in Schlachthöfen einführen

Zwischen dem 11. August und dem 21. September hat das britische Landwirtschaftsministerium in einer öffentlichen Konsultation nach der Anbringung von Kameras in Schlachthöfen gefragt. Das Votum für die neue Pflichtregelung ist eindeutig und die Regierung plant, bereits Anfang 2018 eine entsprechende Regelung auf den Weg zu bringen, bei dem die Aufnahmen für 90 Tage auch gespeichert werden.

Während die Umfrage ein Patt zwischen „Ja“ und „Nein“ bei den Schlachthöfen hervorbrachte, war das Votum bei den Tierschutzorganisationen und der nicht-landwirtschaftlichen Öffentlichkeit eindeutig für die Kamerainstallation. Die Veterinäre befürworten eine Kameraüberwachung wie auch die Landwirte selbst.

Die öffentliche Konsultation schließt mit einem Votum von 3.838 Stimmen bei 19 „Nein“-Stimmen ab. Enthaltungen waren nicht vorgesehen.

Die Schlachthöfe, die sich für eine Kameraüberwachung aussprachen, wollen damit Transparenz und Tierwohl belegen. Die Schlachtfirmen, die dagegen waren, wollten die Kameras auf freiwilliger Basis anbringen. Die Veterinäre erhoffen sich objektive Einschätzungen, da sie nicht überall gleichzeitig anwesend sein können. Sie schlagen vor der Installation von Kameras eine umfangreiche Ausbildung des Schlachtpersonals vor.

Das Votum für eine Speicherung von 90 Tage war mit 177 Gegenstimmen nicht so ganz überzeugend. Die Mehrheit der Schlachthöfe plädiert für eine Aufzeichnungsfrist zwischen sieben und 14 Tagen. Die Mehrheit der Schlachthöfe lehnt einen ungehinderten Zugang zu den Bildern ab, obwohl die Mehrheit aller deutlich dafür ist. Veterinäre und Landwirte fast ausschließlich.

Schlachthöfe die bereits Kameras installiert haben, werden rund 500 britische Pfund für die Beobachtung neuer Bereiche, wo sich lebende Tiere aufhalten, investieren müssen. Betriebe, die Kameras neu installieren müssen, werden mit einem Aufwand von 2.500 Prund rechnen müssen. Die Gesamtkosten bezoffert das Ministerium mit 650.000 Pfund.

Auf freiwilliger Basis sind bereits 50 Prozent der britischen Schlachthöfe für rotes Fleisch und 70 Prozent der Schlachthöfe für Geflügel mit Kameras ausgestattet. Ob kleine Betriebe mit den Kosten überfordert sind, bleibt offen. Lediglich ein kleiner Schlachtbetrieb sprach von 10.000 Pfund Installationskosten mit 3.500 Pfund Betriebskosten pro Jahr. Das Ministerium allerdings geht von niedrigeren Kosten für kleinere Betriebe durch geringeren Aufwand aus.

Roland Krieg

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