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Einigung zwischen Bayer und Glyphosatklägern

Landwirtschaft

Glyphosat- und Dicamba-Fälle vor Einigung

Der Agrochmiegigant Bayer hat am späten Mittwochabend die Einigung mit Klägern zu den Monsanto-Verfahren Roundup (Glyphosat) und Dicamba (Verwehungen) erzielt. Für die Beilegung der Glyphosat-Verfahren zahlt Bayer für aktuelle und künftige Verfahren zwischen 9,1 und 9,8 Milliarden Euro. Wegen Abdrift von Dicamba und PCB in Gewässern zahlt der Konzern aus Leverkusen 400 und 820 Millionen US-Dollar. Das Geld soll aus freiem Cash Flow und Veräußerungen des Animal-Health-Geschäftes bezahlt werden.

Glyphosat

Mit dem Glyphosat-Vergleich werden rund 75 Prozent der aktuellen 125.000 eingereichten und vorbereiteten Verfahren abgegolten. Die Vereinbarung mit der Gruppe der künftigen Kläger bedarf noch der Zustimmung des U.S. District Court für Nordkalifornien. Für den Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann ist das der richtige Schritt, „eine lange Periode der Unsicherheit zu einem Ende zu bringen“. Er sagte auch, dass der Vergleich dazu beitrage, „dass der Diskurs über die Sicherheit und den Nutzen glyphosatbasierter Herbizide wieder im wissenschaftlichen und regulatorischen Bereich und auf Grundlage des umfassenden Forschungsstands stattfinde.“

Drei Fälle, die bereits vor Gericht behandelt wurden und in Berufung stehen, sind nicht Teil des Vergleiches. Das sind die Kläger Johnson, Hardeman und Pilliod. Für Bayer ist deren Gerichtsverlauf wichtig, weil es dabei um die Anforderung von Warnhinweisen geht, was mit dem US-Bundesrecht unvereinbar ist. In dieser Woche hat ein Bundesrichter die Anordnung des Bundesstaates Kalifornien über eine Krebswarnung wieder aufgehoben.

Dem Konzern drohten auf Jahre hinaus 20 Prozesse pro Jahr. Der Vergleich sei das Beste für das Unternehmen und die Aktieninhaber. Er gebe aber auch Sicherheit für Landwirte und professionelle Nutzer, deren Einkommen von glyphosathaltigen Mitteln abhänge. Für mehr Wahlmöglichkeiten der Unkrautbekämpfung will das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren rund fünf Milliarden Euro in die Forschung investieren.

Dicamba

Kläger für die Erntejahre 2015 bis 2020 über Abdrift von Dicamba müssen Beweise für die entstandenen Schäden vorlegen. Bayer hofft auf Unterstützung durch die mit angeklagte BASF. Beim bislang einzig vor Gericht verhandelten Fall der Bader Farms sei das Urteil „unvereinbar mit den vorgelegten Beweisen sowie der geltenden Rechtslage“. Bayer will in Berufung gehen.

PCB

Monsanto hatte die Produktion von Polychlorierten Biphenylen (PCB) rechtmäßig hergestellt und die Produktion 1977 eingestellt. Es geht um PCB-haltige Abwasserleitungen, die von der US-Umweltbehörde eine Genehmigung erhalten hatten. Diese Klägergruppe wird 650 Millionen US-Dollar erhalten.

Reaktionen

In den US-Fachmedien wird der Vergleich unterschiedlich bewertet. Dave Milligan von den Weizenerzeugern der USA unterstreicht die Bedeutung des Vergleichs für die Landwirte, die Glyphosat nutzen. Nathan Donley vom Center for Biological Diversity bemerkt, dass die Bayer-Milliarden das Risiko für Krebserkrankungen nicht verringern.

Roland Krieg

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