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Landwirtschaft

11. Brandenburger Landpartie

> Es begann 1994 mit einem ?Sonntag auf dem Land?. Zwei Jahre später wurde ein ganzes Wochenende daraus und das mittlerweile ?Brandenburger Landpartie? benannte Wochenendereignis jährt sich am 11. und 12. Juni zum elften Male.
Brandenburgs Agrarminister Dr. Dietmar Woidke sieht in der Veranstaltung ?eines der größten Massenereignisse? im Bundesland und ?rechnet mit weit über 200.000 Besuchern?, wie er gestern morgen in Potsdam verkündete. Rund die Hälfte der Gäste werden aus Berlin kommen und die Gelegenheit nutzen, ?ihre? Bauern aus dem Umland kennen zu lernen. Was einst mit ?Stullen, Kaffee und einer Kiste Bier? auf den Höfen begann, so Dr. Woidke, hat sich zu durchorganisierten Veranstaltungen weiterentwickelt.

249 Betriebe öffnen ihre Tore in 180 Orten aller Landkreise. Zehn Prozent der Gastgeber nehmen an der Landpartie unter dem Zeichen des Strohhutes zum ersten Mal teil, sagte Hans-Jürgen Kube. Er ist Geschäftsführer der pro agro, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in Brandenburg. Die Vielzahl der Betriebe ist auch ein Zeichen, dass die Bauern ihren Spaß an der Veranstaltung haben. Sie sind den kritischen Fragen der Verbrauchern gewappnet, was in der heutigen Zeit notwendiger ist, denn je. Kube sieht die Verbraucher durch die Globalisierung, der Anonymität der Produkte und der ?Geiz-ist-geil-Mentalität? weit entfernt von den Bauern. Die Brandenburger Landpartie kann wieder ?den Ursprung der Nahrungsmittel in das Bewusstsein rufen?. 150 Gastbetriebe führen die Landwirtschaft noch im Haupterwerb und 40 Ökobetriebe öffnen ihre Tore.

Land ist mehr als Wirtschaft
Am Samstag wird das Wochenende um 10:00 Uhr von Minister Woidke im Prignitzdorf Blüthen, einem Ortsteil von Karstädt, offiziell eröffnet. Der Ort liegt an der B5 hinter Perleberg. In der Prignitz wurde kürzlich der 160 km lange Reitfernwanderweg eröffnet. Woidke sieht darin individuelle Chancen für jede einzelne Region, denn neben der Landwirtschaft hat sich der Tourismus als zweites Standbein etabliert. Handwerk, Produkte aus der Region, Direktvermarkter schaffen Arbeit im ländlichen Raum. Brandenburgs Bauernpräsident Udo Folgart sieht in diesem Jahr die Chance, den landwirtschaftlichen Betrieb in seiner Multifunktionalität zu präsentieren: Anbau nachwachsender Rohstoffe und Windräder gehören mittlerweile dazu. 200.000 erwartete Gäste seien vor allem ein deutliches Zeichen für die Transparenz der Brandenburger Landwirtschaft für den Verbraucher.

In Blüthen wird es beispielsweise eine Spinnmeisterschaft der Landfrauen geben, bei der aus 500 g Wolle der längste Faden gesponnen werden soll. Hans-Jürgen Kube stellte heraus, dass sich gerade in diesem Jahr nicht nur einzelne Betriebe präsentieren, sondern oft sich auch zusammen geschlossen haben, um ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. Im Landkreis Oberspree-Lausitz laden die Bauern und Landfrauen in Proschim zur Fütterung in der Bullenmastanlage ein. Das Gut Schmerwitz in Wiesenburg im Kreis Potsdam-Mittelmark ist mit über 1.000 Hektar einer der größten Demeter-Betrieb Deutschlands. Der Ökobetrieb umfasst 6.000 Hühner, 1.000 Schafe und 1.100 Schweine. In der Schmerwitzer Scheune wird es einen riesigen Bauernmarkt regionaler Anbieter geben und sogar einen kostenlosen Bustransfer vom Bahnhof Belzig.

Da das Wochenende meist von Familien zu einem gemeinsamen Ausflug genutzt wird, stehen Angebote für Kinder zunehmend im Mittelpunkt. Auf dem Gutshof Gussow in Dahme-Spreewald können größere Kinder mit dem Traktor eine Hof-Fahrerlaubnis erwerben.

Alle Veranstaltungen und alle Betriebe finden Sie für die kommende Wochenendplanung unter www.landpartie-brandenburg.de

roRo

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