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Ernteschätzung des Raiffeisenverbandes

Landwirtschaft

Bestände brauchen Regen

Die Aussaat von Sommergetreide ist mit Ausnahme von Mais bis auf Einzelfälle abgeschlossen. Für diese Kultur wird die Aussaat in der zweiten April-Hälfte starten. Damit die Getreide- und Rapsbestände ihr Ertragspotenzial entfalten können, ist allerdings eines in den kommenden Wochen erforderlich: ausreichend Niederschlag. „Insbesondere im Norden und Nordosten werden in nächster Zeit kontinuierliche Niederschläge benötigt. Dort sind die Defizite des Vorjahres bislang nicht ausgeglichen worden, Wasser in tieferen Bodenschichten fehlt oftmals“, hebt Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), in der aktuellen Ernteschätzung hervor.

Auch europaweit mehren sich in zahlreichen Regionen die Sorgen vor einer erneuten Dürre. Insgesamt waren die Monate Februar und März wärmer und trockener als im Durchschnitt. In Süd- und Südosteuropa ist es bereits jetzt in vielen Gebieten zu trocken.

Getreideernte könnte um ein Viertel größer ausfallen

Derzeit geht der Verband mit 47,6 Millionen Tonnen erneut von einer Getreideernte in Höhe des Fünf-Jahres-Durchschnitts aus. Das enttäuschende Vorjahresergebnis von knapp 38 Millionen Tonnen wird um rund 25 Prozent überschritten. Der Winterweizen wird derzeit vom DRV mit 24,1 (+ 23 %) und die Wintergerste mit 9,9 Millionen Tonnen prognostiziert (+ 35 %).

Die Getreidebestände haben sich im vergangenen Monat weiterhin gut entwickelt. „Allerdings hat die kühle und wechselhafte Witterung der vergangenen Wochen dazu geführt, dass sich der Vegetationsvorsprung, der noch im Vormonat bis zu drei Wochen betrug, nahezu vollständig aufgelöst hat“, fährt Seedler fort.

Rapsernte wird erneut enttäuschen

Auch die Rapsbestände haben sich trotz der teilweise schwierigen Startbedingungen im vergangenen Herbst weiterhin gut entwickelt, die Blüte hat deutschlandweit begonnen. Obwohl der DRV die Durchschnittserträge im Vergleich zum Vormonat leicht angehoben hat, wird die Erntemenge aufgrund der drastisch gesunkenen Anbaufläche (- 25 %) mit 3,2 Millionen Tonnen deutlich unter dem Vorjahresergebnis liegen.

Auch europaweit ist fraglich, ob die diesjährige Rapsernte das Ergebnis des Vorjahres erreicht. Zwar geht die EU-Kommission gegenwärtig noch von einer Ernte auf Vorjahresniveau in Höhe 19,9 Millionen Tonnen aus. Ob diese Menge jedoch auch tatsächlich geerntet wird, ist mehr als fraglich, da die EU-Kommission nach Ansicht des DRV von einer zu hohen Anbaufläche für Deutschland ausgeht. Die Brüsseler Behörde legt 1,1 Millionen Hektar und damit gut 200.000 Hektar mehr als das Statistische Bundesamt zu Grunde. Seedler unterstreicht: „Unseres Erachtens sind die Angaben des Statistischen Bundesamtes zutreffend!“

DRV

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