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Erster Erntebericht

Landwirtschaft

Mähdrescher auf Hochtouren

Die Getreideernte begann in diesem Jahr durch die anhaltend hohen Temperaturen und der geringen Niederschläge früher, denn das Getreide reift eher ab. Dadurch werden die Ernteerwartungen allerdings auch zurückgeschraubt werden müssen, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem ersten Erntebericht heute mit. Besonders auf den leichten Standorten ist mit erheblichen Ertragsrückgängen zu rechnen. Dies trifft vor allem für die neuen Bundesländer zu. Wegen der anhaltenden Trockenheit sieht der DBV sogar die Winterfütterung gefährdet.

In den traditionellen Frühdruschgebieten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist die Wintergerstenernte annähernd abgeschlossen. Die Erträge liegen hier in etwa auf Vorjahresniveau. Im Osten Deutschlands werden jedoch Ertragsrückgänge um 15 bis 25 Prozent gemeldet. In einigen besonders von der Trockenheit betroffenen Regionen müssen die Betriebe Ausfälle von über 50 Prozent verkraften. Auch die norddeutschen Bundesländer melden eher unterdurchschnittliche Erträge.
Während in den frühen Regionen des Südens die Gerste noch ohne die Trockenheit geerntet werden konnte, wirken die Temperaturen sich auf den Rest des Bundesgebietes deutlicher aus. Gerade im Osten werden hohe Anteile an so genannten Schmachtkörnern gemeldet. Die Bauern können mit etwa 9,00 bis 9,50 Euro je dt rechnen, wobei in Gebieten mit hohen Schweine- und Geflügelbeständen mehr erwirtschaftet werden kann.
Auf dem Speiseplan der Mähdrescher stehen als nächstes Winterweizen, Sommerweizen, Sommergerste, dann Triticale, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, sowie Hafer und Raps. Im Osten frisst sich die Haspel bereits durch den Winterweizen, der aber auch „empfindliche Verluste“ verzeichnen muss.

Die Trockenheit verringert auch den Aufwuchs der Futterflächen: In einigen Regionen wird mit erheblichen Ertragseinschnitten bei der Silagebereitung gerechnet, so dass auch hier die ausreichende Versorgung mit Winterfutter in Frage gestellt ist. In diesem Zusammenhang fordert der DBV von der Bundesregierung bei der EU vorstellig zu werden: Auf Stilllegungsflächen darf der Aufwuchs erst ab dem 31. August für die Fütterung eingesetzt werden – allerdings ohne ihn an Dritte zu verkaufen. Damit der Aufwuchs nicht unnütz verdorrt, solle das Gras bereits jetzt genutzt werden können.

roRo

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