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EU-Unterstützung für Dürreregionen

Landwirtschaft

Landwirte entlasten und Futter sicherstellen

Auch wenn die Trockenheit in einigen Regionen in Deutschland auch in diesem Jahr zugeschlagen hat – die Ernteberichte zeigen, dass die Trockenheit weniger ausgefallen ist als im vergangenen Jahr. Das nützt aber nicht den Betrieben, die bereits im zweiten Jahr hintereinander ihre Feldfrüchte auf den Äckern verdorren sahen.

Was Bundesländer in den vergangenen Wochen mit der Freigabe von Ökologischen Vorrangflächen zur Futternutzung bereits angegangen sind hat die EU-Kommission zusammen mit den nationalen Ländern am Mittwoch in einem umfangreichen Paket mit Unterstützungsmaßnahmen festgezurrt. „Die Maßnahmen sollen die europäischen Landwirte finanziell entlasten und vor einem Mangel an Futter für ihre Tiere schützen“, sagte Agrarkommissar Phil Hogan.

Finanzhilfe

Zu den Maßnahmen zählt die frühzeitige Auszahlung von 70 Prozent der Direktzahlungen 2020 schon ab Mitte Oktober. Auch 85 Prozent der Mittel für die ländliche Entwicklung können bereits ausgezahlt werden, sofern im September der Rat das Paket annimmt.

Futterhilfe

Im Rahmen der Ökologisierungsvorschriften dürfen Ausnahmen für die Futtergewinnung gemacht werden. So dürfen brachliegende Flächen als gesinderte Kultur oder als Ökologische Vorrangfläche betrachtet werden, auch wenn sie abgeweidet wurden oder zu Futterzwecken gemäht wurden. Zwischenfrüchte dürfen jetzt nach der ernte als „Reinkultur“ und nicht, wie eigentlich vorgeschrieben als Mischkultur ausgesät werden, wenn sie zu Futterzwecken oder als Weide dienen. Der Mindestzeitraum für den Anbau von Zwischenfrüchten von acht Wochen darf verkürzt werden, damit die Ackerbauern ihre Winterkulturen nach den Zwischenfrüchten rechtzeitig aussäen können.

Die Entscheidung fiel nicht nur in enger Absprache mit den EU-Ländern, sondern basiert auch auf den MARS-Berichten. MARS steht für Monitoring Agricultural Ressources. Der letzte Bericht vom 26. August wies in Frankreich, dem östlichen Spanien, Italien, Griechenland, Deutschland und in Osteuropa mindestens zwei neue Hitzewellen auf. In Frankreich und Spanien wurden Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius erreicht. In Ostdeutschland und Polen hielt die Trockenheit weiter an. Niederschlag hat die Evapotranspiration nicht ausgleichen können. Mit Ausnahme von Bulgarien, Ungarn und Rumänien leiden alle Sommerkulturen unter der Trockenheit.

Noch mehr hat es das Grünland getroffen. Zwischen der dritten Julidekade und dem 10. August war es wärmer als üblich. Der Niederschlag lag unterhalb der üblichen Mengen. Grünland in Frankreich, Benelux, Norddeutschland, Tschechien, Polen, Litauen und Norditalien hat am meisten gelitten. Die iberische Halbinsel zeigt einen deutlichen Kontrast in Nord-Süd-Richtung. Im Süden kletterte das Thermometer am höchsten.

Roland Krieg

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