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Europa will mehr Hülsenfrüchte auf den Feldern

Landwirtschaft

EU-Projekt TRUE startet mit Uni Hohenheim

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Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen sind nicht nur für Vegetarier lebenswichtig. Soja ist aus der Tierernährung nicht mehr wegzudenken. Diese Feldfrüchte machen seit Kurzem Karriere unter dem Namen Körnerleguminosen, werden aber noch immer lediglich im kleinen Maßstab angebaut. Damit die EU weniger auf Importe angewiesen ist, will das EU-Projekt TRUE (Transition paths to Sustainable legume-based systems in Europe) die Wettbewerbsfähigkeit des Anbaus stärken.

Positive Eigenschaften

Mit Hilfe von Knöllchenbakterien binden die Pflanzen Stickstoff aus der Luft. „Sie produzieren ihren Dünger gewissermaßen selbst und verbessern den Boden für die nachfolgenden Kulturen“, weil Prof. Dr. Sabine Gruber. Sie ist Pflanzenbau-Expertin an der Universität Hohenheim, die ebenfalls im dem Forschungsverbund aus zehn Länder teilnimmt.

„Sojaanbau gab es früher in Deutschland überhaupt nicht, und Linsen wurden nach den 1950er Jahren kaum noch angebaut“, so Prof. Dr. Gruber. „Doch in den letzten Jahren hat der Anbau bei beiden Pflanzenarten zugenommen. Bei Linsen wohl deshalb, weil die Verbraucher regionale Produkte heute sehr schätzen. Bei der Sojabohne, die eigentlich sehr wärmebedürftig ist, haben wir heute Sorten, die mit unserem kühleren Klima zurechtkommen. Und der Klimawandel tut ein Übriges.“

Der Bioanbau interessiert sich immer stärker für den Sojaanbau. Heimisches Soja garantiert „Gentechnikfreiheit“ und wird vor allem zur Verarbeitung als Tofu und nicht als Tierfutter angebaut.

Nachholbedarf Wirtschaftlichkeit

Leguminosen sind aber für den Ackerbauern nicht die prominenteste Feldfrucht. Die Erträge schwanken zwischen den Jahren erheblich und die Wirtschaftlichkeit beim Verkauf ist nicht immer gegeben. Daher will Dr. Beate Zimmermann vom Fachbereich Landwirtschaftliche Betriebslehre die Ausweitung des Anbaus ökonomisch begleiten. Zunächst werden die Daten typischer Betriebe einer Region in einer Ist-Situation zusammengestellt. Dann simulieren Berechnungen wie neue Produktionsverfahren, stabilere Erträge und höhere Preise die Wettbewerbsfähigkeit im Anbau verändern können. Nur so findet der Anbau von Hülsenfrüchten langfristig Akzeptanz bei den Landwirten.

Lesestoff:

https://www.true-project.eu/

roRo: Foto: Website

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