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Ferkelkastration ohne Betäubung

Landwirtschaft

Europäische Datenerhebung zur Ferkelkastration

Seit gut einem Jahr steht das Thema Ferkelkastration auf der politischen Agenda. Entschieden ist noch nicht, was gegen den Ebergeruch getan werden soll. In Deutschland tendiert die Politik derzeit in Richtung Jungebermast. Eine schnelle EU-weite Lösung für Impfen, Narkose oder Züchtung ist nicht in Sicht. Die europäische Forschung trägt derweil mit dem Project Pigcas Informationen zusammen und das spanische Team um Maria Font i Furnols hat erstmals eine EU-weite Erhebung in der Zeitschrift „Animals“ veröffentlicht.

77 Prozent ohne Betäubung
Nach der Studie werden in der EU jährlich 125 Milli9onen männliche Schweine geschlachtet. 77 Prozent wurden zuvor ohne Betäubung kastriert.
Die Kastration ohne Betäubung ist derzeit nur während der ersten sieben Tage erlaubt. Danach muss sie von einem Tierarzt durchgeführt werden. In 88 Prozent der Fälle kastrieren die Tierhalter selbst. Sie vermeiden damit nicht nur den Ebergeruch, sondern erhalten auch Fleisch, dass mehr marmoriertes Fett enthält.
Norwegen und die Schweiz haben die chirurgische Kastration ohne Betäubung zum Schutz des Tieres vor Schmerzen verboten. Die beiden Länder suchen eine züchterische Lösung für die Mast „intakter“ Tiere. Maria Font i Furnols zeigt sich skeptisch: „Die Zucht „intakter“ Tiere ist kompliziert, weil die Tiere nach der Sexualreife aggressiver sind und untereinander Kämpfe ausfechten.“

Lesestoff:
Fredriksen, B.; Font i Furnols, M.; Lundstrom, K.; Migdal, W.; Prunier, A.; Tuyttens, F.A.M. ; Bonneau, M. "Practice on castration of piglets in Europe" Animal 3(11): 1480-1487 noviembre de 2009.

roRo; Foto: SINC, die spanische Wissenschaftsplattform

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