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Fettrallye geht zu Ende

Landwirtschaft

Milchpreise von Fettpreis getragen

Unterdeckung der Milchkosten

Die Milchpreise haben in Ostdeutschland um die 37 Cent erreicht, meldet das MEG Milch Board. Zum einen tragen die überdurchschnittlich hohen Rückgänge der Anlieferung ihren Teil, zum anderen basiert der Anstieg für die Milcherzeugerpreise auf der Fettrallye, die seit Jahresbeginn den Butterpreis in die Höhe trieb. Bei einigen Molkereien ist die 40-Cent-Marke bereits geknackt worden.

Dagegen sind die Milcherzeugungskosten auf 40,98 Cent pro Kilo Milch gesunken und liegen erstmals unter dem Niveau von 2010. Damit hat der Milchpreisanstieg die Kosten der Milcherzeugung noch immer nicht gedeckt – immerhin ging die Unterdeckung um zehn Prozent auf neun Cent pro Kilo zurück.

Die Kosten bleiben nach Einschätzung des Milch Boards aber nicht auf dem niedrigen Niveau. Die Betriebe müssten versäumte Ausgaben und Investitionen der letzten Jahre nachholen.

Die erfreuliche Situation auf der Erzeugerseite ist keine Milch- , sondern eine Fettrallye. Ein verändertes Verbraucherverhalten hin zu fetthaltigeren Milchprodukten traf Anfang des Jahres auf ein rückläufiges Milchaufkommen in den wichtigsten europäischen Erzeugungsländern. Plötzlich ging das Angstgespenst der Fettknappheit um. Die Notierungen überschlugen sich und erreichten im September ihren Höchststand. Die Frage ist: Wie geht es nun weiter? Es gibt erste Signale aus dem Markt heraus, dass das Ende der Fahnenstange bei Butter erreicht ist. An der Leipziger Warenterminbörse EEX gaben die Preise jüngst sogar deutlich nach. Der Zeitpunkt ist ungewöhnlich, markiert doch die Vorweihnachtszeit jedes Jahr die Spitze im Jahresverbrauch bei Butter. Der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board Peter Guhl warnt vor Panikmache: „Die hohe Volatilität am Milchmarkt hat in den letzten Monaten viele Spekulanten angezogen. Es stellt sich nun die Frage, ob die Preisentwicklung das reale Marktgeschehen widerspiegelt - oder wird hier gezockt?“

Die Prognose ist weniger erfreulich. Gegenüber dem Fettmarkt ist der Proteinmarkt auf einem Zehnjahrestief. Sollte in den kommenden Monaten der Butterpreis deutlich sinken, bietet die Verwertung in Magermilchpulver keine ausgleichende Alternative.

Roland Krieg; Grafik: MEG

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