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Fischereistreitigkeiten

Landwirtschaft

EU geht gegen Färöer vor

Derzeit gibt es verschiedene Streitigkeiten zwischen der EU und den Färöer Inseln sowie mit Island. Beiden Ländern wirft die EU vor, mehr Makrelen und Heringe zu fangen, als es der Bestand im Nordatlantik verträgt. Vor der Sommerpause hatte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki den Countdown für weitere Handelsmaßnahmen eingeleitet [1], die Ende 2012 auf ein rechtliches Fundament gestellt wurden [2].

Gegenüber den Färöern ist der Geduldsfaden jetzt endgültig gerissen und die EU hat am Dienstag ein Maßnahmenpaket gegen die Fischereination ausgesprochen. Die Färöer dürfen keine Heringe mehr in der EU anlanden. Auch keine Fischer, die unter Aufsicht der Insulaner Heringe aus dem atlanto-skandinavischen Bestand gefangen haben. Außer in Notfällen, dürfen Fischerboote von den Färöern keine EU-Häfen mehr anlaufen.

Für Damanaki ist die Verhängung dieses Verbotes nur ein „allerletztes Mittel“: „Die Färöer hätten ihren nicht nachhaltigen Fang beenden können, haben dies aber nicht getan.“ Damanaki will das Anlandeverbot auch als Signal für andere Nationen verstanden wissen.

Der Heringsbestand wird mit einem gemeinsamen Managementplan von Norwegen, Island, den Färöern und Russland bewirtschaftet. In diesem Jahr sind die Färöer aus dem Management einer zulässigen Gesamtfangmenge jedoch ausgestiegen und haben eine eigene Quote festgelegt.

Die Maßnahmen sind ein wichtiges Signal in Richtung Island. Hier hat die EU noch keine weiteren Maßnahmen eingeleitet, ist aber in der Vorbereitung für ähnliche Maßnahmen. Noch also kann Island bei der Makrele einlenken.

Premierminister Sigmundur Davio Gunnlaugson zeigte sich nach einem Juli-Besuch bei der EU optimistisch, dass die EU gegen Island keine weiteren Maßnahmen ergreifen werde. Die Fangmenge sei 2013 bereits zurückgegangen und wärmeres Wasser habe die Makrelenpopulation außerordentlich ansteigen lassen.

Lesestoff:

[1] Letzte Frist für Island und Färöer

[2] EU hat Maßnahmen gegen illegale Fischerei beschlossen

Roland Krieg

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