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Fischschutz braucht Gewässerschutz

Landwirtschaft

Miller warnt vor Arzneimittelrückstände

Auf dem bayrischen Landesfischereitag in Simbach am Inn verglich Landwirtschaftsminister Josef Miller die Meeres- mit der Landesfischerei. Gewässerbelastung und ungeregelte Fischerei führten in den Meeren schnell zum Artenschwund und erhöhen damit den Stellenwert der Seen-, Fluss- und Teichwirtschaft.

Vier Milliarden Euro für den Gewässerschutz
Bayern hat seit 1946 vier Milliarden Euro in den Bau von Kläranlagen und in die Renaturierung seiner Gewässer investiert, teilte das Ministerium mit. Trotzdem warnte Miller vor allem vor Arzneimittelrückständen in den Gewässern, deren Anzahl zunehme und deren Auswirkungen auf Fische und andere Lebewesen noch nicht vollständig geklärt ist.
Bis 2020 will der Freistaat weitere Renaturierungsmaßnahmen an rund 2.500 km Gewässerstrecke vornehmen. Seit 2004 gibt es die Möglichkeit, aus Mitteln der Fischereiabgabe Umgehungsgeringe und Laichhabitate für Fische zu schaffen.
Dem Landesfischereiverband Bayern gehören 135.000 Mitglieder an, die in 800 Vereinen organisiert sind. Mehr als 240.000 Menschen haben einen Fischereischein. „Wie beliebt die Angelfischerei in Bayern ist, zeigt sich schon daran, dass dieses Jahr fast 9.000 Leute an der staatlichen Fischerprüfung teilgenommen haben“, sagte Miller. In ihrer Freizeit halten sie zudem die Uferstreifen rein und helfen ehrenamtlich bei Artenhilfsprogrammen.

Fischwirtschaft in Bayern
Bayern hat rund 126.000 Hektar Wasserfläche. Ein Viertel davon sind bewirtschaftete Seeflächen wie der Chiemsee (8.000 ha), Starnberger See (5.600 ha) und der Ammersee mit 4.600 ha. Der Hauptfisch der Seefischerei ist die Renke. Zusammen mit Zander und Hecht und der bayrischen Bodenseefischerei holen die Berufsfischer jährlich rund 400 Tonnen Fisch aus dem Wasser.
Die Flussfischerei ging in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts durch die Gewässerverschmutzung drastisch zurück. An Donau, Main, Inn und Isar weist der Agrarbericht nur noch zehn Berufsfischer aus. Zwar steige mittlerweile wieder die Gewässergüte, doch hindere nun die Querverbauung die Fischerei.
Die Hälfte der 12.000 Tonnen Karpfen in Deutschland kommen aus bayrischen Karpfenteichen, die etwa 20.000 ha umfassen.
Auch viele Forellen kommen aus Bayern. Von 4.000 deutschen Forellenbetrieben liegen 3.300 in Bayern. Von den 20.000 Tonnen Speiseforellen liefern sie aber nur 8.000 Tonnen.
Ein Konfliktpotenzial mit den Fischern ist die Wiederansiedlung des Fischotters. Lösungen soll eine Projektstudie in den kommenden Jahren erarbeiten.

roRo

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