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Förderpreise Ökolandbau

Landwirtschaft

Überwiegend Zuchtbetriebe

> Ein wesentliches Kriterium des ökologischen Landbaus ist das pflanzliche Ausgangsmaterial, dass in vielen Bereichen Mangelware ist. Oft muss auf konventionelle Sorten zurückgegriffen.
Am heutigen Tag des ?ökologischen Landbaus? sind zwei von drei preisgekrönten Betrieben für die Entwicklung ökologischen Saatgutes hervorgehoben worden.

Das Weingut Rummel aus Landau-Nußdorf hat mehrere Piwi-Sorten gezüchtet. Der Weinbau kämpft generell gegen Echten und Falschen Mehltau. Im ökologischen Weinbau gibt es keine Pflanzenschutzmittel, die eingesetzt werden dürfen. Lediglich Kupfer darf in Absprache mit der jeweiligen Kontrollstelle mit maximal drei Kilogramm pro Hektar eingesetzt werden. Viele Weinbauer stellen nicht auf die ökologische Anbauweise um, weil sie gegen den Mehltau wenig Chancen sehen und Ertrags- und Einkommensbußen befürchten. Das Weingut Rummel hat jedoch in den vergangenen Jahren züchterische Pionierarbeit geleistet und pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die Piwi-Sorten, erarbeitet. Damit zeigt, so die Jury in ihrer Begründung, ?dass ökologischer Weinbau auch ohne Kupferspritzmittel erfolgreich sein kann.? Noch sind die Sorten nicht zugelassen und daher wird der Wein ausschließlich in der Direktvermarktung verkauft. Die Weine tragen noch keine Namen, sondern Züchtungsnummern, wie beispielsweise der ?17er?. Das Weingut Rummel gehört zum Anbauverband Ecovin.

Die Gärtnerei Piluweri aus Müllheim-Hügelheim gehört zum Demeter-Verband. Die Hybridzüchtungen des konventionellen Gemüsebaus sind mit dem Leitbild des ökologischen Landbaus nicht vereinbar, so dass auch hier nur auf einjährige Gemüsesorten, die ursprünglich für den konventionellen Markt entstanden sind, zurückgegriffen werden muss. Bereits am 13.08.2004 berichtete Herd-und-Hof.de über den Versuch von Demeter den Verbrauchern auch bei Gemüse wieder ein Sortenbewusstsein zu geben. ?Milan?, ?Rodelika? und ?Robila? sollen die Demetermöhren bald so bekannt machen, wie die Namen verschiedener Apfelsorten. Die Gärtnerei Piluweri hat die Jungpflanzenanzucht in den eigenen Betrieb integriert, um überhaupt eigene Zuchtlinien aufbauen zu können. So kann beispielsweise die Widerstandskraft von Treibhauskopfsalat gestärkt oder ein geringer Nitratgehalt im Herbstanbau erreicht werden. Die Möhre Milan und der Kopfsalat Briweri sind mittlerweile durch das Bundessortenamt gelistet. Weitere Sorten, darunter auch Paprika und Lauch, befinden sich gerade im Anmeldeverfahren.

Im Bereich Vermarktung wurde das Gut Wulksfelde von Bioland in Tangstedt bei Hamburg ausgezeichnet. Verschiedene Unternehmen, wie eine Gärtnerei, Bäckerei ein Hof- und ein Stadtladen sind unter das Dach der gemeinsamen Marke ?Gut Wulksfelde? zusammen gefasst. Mittlerweile kann die Kooperative auf 15 Jahre Vermarktungserfahrung zurückblicken und beschäftigt 42 Vollzeitarbeitskräfte und 19 Teilzeitbeschäftigte. Die Hälfte ist dabei in der Vermarktung tätig. Drei Hofläden haben mittlerweile eine eigene Werbe- und Einkaufsgemeinschaft gegründet, die weit über Hamburg hinaus bekannt ist. Brot und Brötchen werden in 40 Naturkostläden geliefert. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören 40 Führungen und Schulungen pro Jahr und Hoffeste. Das ?Gut Wulksfelde? hat mittlerweile bis zu 6.000 Besucher jährlich.

roRo

[Sie können sich alle bisherigen Artikel zur Grünen Woche im Archiv mit dem Stichwort ?IGW 2005? anzeigen lassen.]

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