Menü

Futter zu 100 Prozent Bio?

Landwirtschaft

Vieles ist noch im Projektstadium

Spätestens am 01. Januar 2018 müssen Bio-Betriebe ihr Bio-Vieh zu einhundert Prozent mit Bio-Futter versorgen. Bis dahin sind noch fünf Prozent der Rationsmenge auf die Trockensubstanz gerechnet aus konventionellem Futter erlaubt. Vor allem Schweine- und Geflügelhalter nutzen das aus, weil nicht die Menge, sondern die Qualität des Eiweiß ein Problem ist. Insbesondere die Aminosäure Methionin ist im Öko-Futter knapp. Betriebe greifen auf Kartoffeleiweiß und Maiskleber zurück.

Das Portal Oekolandbau hat mit einer kurzen Übersicht von Projekten Lösungen aufgezeigt, die in im nächsten Jahr ernsthaft angegangen werden sollten. Generell müsse jeder Betrieb seine individuelle Lösung finden.

Im Gegensatz zu Leguminosen weist Luzerne hohe Methionin- und Lysingehalte auf. Vor allem silierte Jungpflanzen wurden von den Tieren gut angenommen. Bei Mastschweinen stieg der Anteil der Luzerne von 20 Prozent in der Anfangsmast bis auf 50 Prozent in der Endmast. Am Schlachtkörper fanden sich keine Unterschiede zur Kontrollgruppe und die Betriebe sparten bis zu 100 Kilo Kraftfutter ein.

Bei Masthähnchen wurde die Vorlage von 10 auf 30 kg erhöht und führte zu höheren Mastleistungen und besseren Schlachtkörperwerte. Die Inhaltsstoffe beim Ei erhöhten sich vor allem bei den Omega-3-Fettsäuren.

Um die Luzerne wegen ihres niedrigen Rohproteingehaltes wertvoller zu machen, wurde die Blattmasse von Luzerne und Klee isoliert. Dann lag der Proteingehalt um fast ein Viertel höher als bei der Verwertung mit Stengeln.

Nach wie vor ist Bio-Soja ein Hoffnungsträger für die Biofütterung. Vor allem in Süddeutschland und Osteuropa nimmt der Anbau zu. Für Ferkel und Geflügel ist der Methioningehalt aber immer noch nicht ausreichend. Der Tipp, Leguminosen thermisch zu behandeln, um die umsetzbare Energie zu erhöhen, hat nach Versuchen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen keinen Erfolg gebracht.

Im letzten Jahr ist ein neues Forschungsprojekt angelaufen, dass Bakterieneiweiß aus speziellen Kulturen verwendet. Während die Experten noch an der technischen Umsetzung arbeiten, muss noch geklärt werden, ob Bakterieneiweiß im Ökolandbau erlaubt wird.

Lesestoff:

www.oekolandbau.de

roRo

Zurück