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Geberkonferenz in Mali

Landwirtschaft

Experten diskutieren in Mali über H5N1

Das letzte epidemiologische Bulletin vom 01. Dezember des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems zeigt in Deutschland keine neuen Fälle von Vogelgrippe. Der letzte weltweit dokumentierte Fall betraf am 28.11. eine Masthähnchenfarm 250 km südlich von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Neuere Fälle gibt es aber auch in Elfenbeinküste, Ägypten und Nigeria. Das Institut geht aber in Deutschland weiterhin von einem hohen Risiko der Infektion aus.
Daraufhin hat Mecklenburg-Vorpommern gestern das Ergebnis seiner neuen Lagebewertung veröffentlicht. Auf Grund der anhaltenden warmen Witterung ist der Vogelzug noch nicht abgeschlossen und der Großteil der Zugvögel sogar noch gar nicht an den Rastplätzen des nördlichen Bundeslandes angekommen. Agrarminister Dr. Till Backhaus hat daraufhin alle Geflügelhalter aufgefordert „die Sicherheitsmaßnahmen in den Beständen einzuhalten. Insbesondere bitte er die in den festgelegten Risikogebieten ansässigen Geflügelhalter weiterhin Verständnis für die Notwendigkeit der Aufstallung aufzubringen“. Die Aufstallung ist für das Ministerium nach wie vor die sicherste Schutzmaßnahme vor der Einschleppung des H5N1-Virus.

Geberkonferenz der internationalen Gemeinschaft
Im Januar 2006 beschloss die eine Geberkonferenz in Peking, 1,9 Milliarden Dollar an Finanzhilfen zur internationalen Bekämpfung der Aviären Influenza bereitzustellen. Seit gestern treffen sich die Geberländer in Bamako in Mali erneut. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass für die Verbreitung der Aviären Influenza über große Strecken und Gebiete die Zugvögel, die Transportwege international gehandelter Waren und die Bewegung von Geflügel verantwortlich sind“, erklärte Staatssekretär Bernhard Kühnle aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium bei der Eröffnung. Bei den Vorkehrungen müsse allerdings beachtet werden, dass in Ländern mit kleinstrukturierter Geflügelhaltung anders priorisiert werden müssten.
Die Berliner Konferenz über kleinbäuerliche Geflügelhaltung und deren Bedrohung durch die Vogelgrippe hatte die unterschiedlichen Sichtweisen zwischen den Entwicklungsländern und Europa hervorgebracht. Die auf diesem Workshop erarbeiteten Thesen dienen der Konferenz in Bamako als Grundlage.

Impfen oder Keulen?
Der erste H5N1-Ausbruch in Afrika wurde am 08. Februar in Nigeria registriert, wobei die Experten vermuten, dass das Virus bereits zwei Monate vorher im Land gewesen ist. Vor allem der legale und illegale Handel mit Tieren hat aber zu einer Ausbreitung geführt. Daher gilt bei der FAO weiterhin die Devise, dass die Unterbrechung des Übertragungsweges die wirksamste Methode bleibt, die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) einzugrenzen. Im Hintergrundpapier der FAO zur Mali-Konferenz steht dabei die Biosicherheit weiterhin an erster Stelle: Aufstallung und Einzäunung sind zwar effektiv, aber für Kleinbauern bereits zu kostenintensiv.
Keulen steht an zweiter Stelle. Bei kommerziellen Betrieben wird die Keulung des gesamten Bestandes empfohlen, bei der Hinterhofhaltung die Keulung aller Tiere in einem Dorf. Voraussetzung sei aber, so das Papier, dass innerhalb von 48 Stunden den Bauern auch Ausgleichszahlungen gezahlt werden können. Sonst brächten die Gemeinden keine Akzeptanz für diese Maßnahme auf.
Wo großflächiges Ausmerzen nicht durchgeführt werden kann, bleibt die Impfung eine gangbare Alternative. Große Bestände könnten damit auch das Infektionsrisiko minimieren. Das „Emergeny Center for Transboundary Animal Disease“ der FAO sieht in dem Papier „A Strategy and Proposed Programme to Limit Spread and Build Capacity for Epizootic Disease Control“ die Impfung als geeignete Maßnahme an, dass Infektionsrisiko zu minimieren sowie die Zeitdauer und Virusmenge der Ausscheidung zu verringern. Impfprogramme würden aber nicht erfolgreich sein, wenn erkrankten Tiere nicht gekeult würden, keine Kontrollen stattfinden oder das Herdenmanagement nicht verbessert würde.
So warnte Dr. Alexander Müller, Beigeordneter General-Direktor der FAO, dass ein Fehler eines Landes bei der Bewältigung der HPAI schnell wieder zu einer Re-Infektion in anderen Ländern führen kann. Die Bekämpfung der Vogelgrippe sollte sich jetzt auf Afrika konzentrieren.
Von den versprochenen Geldern hat die FAO bislang 76 Millionen US-Dollar erhalten, 25 Millionen sind bereits zugesichert und „weitere 60 Millionen US-Dollar sind noch in der Pipeline“.

Informationen über die Konferenz: www.fao.org

VLE

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