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Getreide- und Rapsernte kommen gut voran

Landwirtschaft

Deutscher Bauernverband legt 2. Erntemeldung vor

Bei hochsommerlichen Temperaturen kommen die Mähdrescher insbesondere im Norden und Osten gut voran. Die Ernte von Wintergerste ist bundesweit so gut wie abgeschlossen, auch der Winterraps dürfte zu zwei Dritteln abgeerntet worden sein. Erste Weizen- und Sommergerstenfelder sind geerntet.

Im Süden und Süd-Westen ruht jedoch die Ernte nach starken Gewittern mit ergiebigen Niederschlägen. Roggen ist nur partiell gedroschen, für verlässliche Aussagen zu Erträgen ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Beim Blick auf die Wetterkarte wird deutlich, dass die Ente dringend vorangebracht werden muss: denn bis zum Wochenende sind für fast alle Regionen Deutschlands wieder Niederschläge gemeldet, die zu Ernteunterbrechungen führen werden.

Im Norden sind die Ergebnisse zur Wintergerstenernte mancherorts besser als erwartet. Zumeist werden die Vorjahresergebnisse gehalten, teilweise liegen sie auch deutlich über dem Vorjahr. Regional sind jedoch sehr hohe Ertragseinbußen zu verzeichnen. Probleme gibt es allerdings mit Qualitäten, Schmachtkörner als Ergebnis der Trockenheit im Mai und Juni drücken den Anteil guter Qualitäten. Im Westen sowie in Bayern und Baden-Württemberg konnte das Vorjahres-Niveau sicher erreicht werden. Wie im Norden gibt es jedoch auch hier eine große Spannweite der Erträge zu verzeichnen, die Qualitäten sind ebenfalls nur unterdurchschnittlich. Im Süd-Osten Deutschlands konnte das Vorjahresergebnis nicht erreicht werden, Notreife und durch Regen abgeknickte Ähren haben das Ergebnis geschmälert. Gut überstanden hat die trockenen Monate die Wintergerste in der Mitte und im Nord-Osten. Entgegen ursprünglicher Befürchtungen liegt der Ertrag insgesamt 10 Prozent über dem Vorjahr, wobei regional jedoch auch Einbußen von bis zu 20 Prozent zu verzeichnen sind.

Für den Raps zeichnen sich bundesweit gute Erträge ab. In der Regel liegen die Erträge um 10 bis 15 Prozent über dem Vorjahr bei guten Qualitäten. Lediglich im Westen liegen die Erträge nur auf dem Vorjahresniveau. In der Mitte Deutschlands sind deutliche Ertragszuwächse zu verzeichnen. Auch aus dem Norden und Nord-Osten werden gute Erträge vermeldet, hier ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr die Anbaufläche von Raps deutlich eingeschränkt worden. Trotz der insgesamt guten Ergebnisse darf nicht übersehen werden, dass es regional zu erheblichen Einbußen gekommen ist. Auch wird verschiedentlich von Notreife und kleinen Körnern berichtet.

Die Weichweizenernte steckt bundesweit noch in den Startlöchern: Es dürften erst 15 bis 20 Prozent beerntet worden sein, wobei im Süden Deutschlands die Ernte weiter als im Norden vorangeschritten ist. Es zeichnen sich bislang Erträge leicht über dem Vorjahresniveau ab, lediglich im Süd Osten und Bayern wird das Vorjahresergebnis derzeit nicht erreicht. Qualitativ wird vermehrt von niedrigen Proteingehalten berichtet, während die Fallzahlen insgesamt zufriedenstellend sind. Auch bei der Sommergerste sind bislang nur wenig Flächen beerntet, auch hier vermeldet der Süden größere Fortschritte. Aussagen über Qualitäten und Mengen sind noch nicht zu treffen.

Im Gegensatz zum Vorjahr können die Landwirte in diesem Jahr keine steigenden Preise zur Ernte verzeichnen. Bei Wintergerste haben die Preise in Überschussregionen zuletzt nachgegeben, während in Nordwestdeutschland noch eine Seitwärtsbewegung zu verzeichnen ist. Auch beim Weizen sind regional deutlich unterschiedliche Preise zu verzeichnen, bei niedrigen Preisen lagern Landwirte ein.

DBV

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