Getreide wehrt sich gegen Schwarzbeinigkeit

Landwirtschaft

Schwarzbeinigkeit auch in kurzen Rotationen reduzieren

Rothamsted Research in Großbritannien ist das älteste Agrarforschungsinstitut der Welt. In einer der neuesten Forschung wurde der Einfluss von gegen Schwarzbeinigkeit resistenten Getreides in engen Fruchtfolgen untersucht. Schwarzbeinigkeit wird durch den bodenbürtigen Pilz Gaeumannomyces graminis verursacht und ist die weltweit bedeutendste Fruchtfolgekrankheit in Getreide. Der Pilz verursacht bei Weizen 70 und bei Gerste 30 Prozent Ertragsausfall. Er befällt die Wurzeln und die Halmbasis. Dort stört er die Nährstoff- und Wasserzufuhr, was zu einer Notreife mit schlecht ausgebildeten Körnern führt.

Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung ist die Einhaltung einer gesunden Fruchtfolge. Dennoch hat sich Vanessa McMillan eine enge Fruchtfolge angeschaut, in der nach allen drei Jahren die gleiche Frucht wieder angebaut wird.

Wird die erste Weizensorte sorgfältig nach Resistenz gegen Schwarzbeinigkeit ausgewählt, hat das auch positive Auswirkungen auf die zweite Weizenfrucht – egal wie sensibel diese gegen Schwarzbeinigkeit ist. Langjährige Versuche haben eine deutliche Reduzierung der Schwarzbeinigkeit gezeigt und einen Mehrertrag zwischen 0,2 und 2,4 Tonnen je Hektar erzielt. Letzteres liegt rund 25 Prozent über dem durchschnittlichen Weizenertrag in Großbritannien.

Für die Sortenwahl bei der Eingangsfrucht hat Rothamsted entsprechende Sorten gefunden, die nur wenig Schwarzbeinigkeit zulassen ( low take-all inoculum build-up – TAB).

McMillan will die Ergebnisse nicht als Fürsprache für enge Fruchtfolgen verstanden wissen, sondern sieht in der Sortenwahl einen zusätzlichen Baustein für abwechslungsreiche Fruchtfolgen und des Integrierten Pflanzenschutzes. Denn es gibt nur wenige chemische Wirkstoffe gegen C. graminis. Einige Sorten, die kommerziell angebaut werden, weisen unterschiedliche TAB-Charakteristiken auf. Warum sich diese Sorten entwickeln ist noch nicht bekannt. McMillan vermutet eine Interaktion mit Antagonisten zwischen der Wurzel gegen den Pilz.

Lesestoff:

McMillan et al, 2018, Scientific Reports, Exploring the resilience of wheat crops grown in short rotations through minimising the build-up of an important soil-borne fungal pathogen DOI: 10.1038/s41598-018-25511-8 Published: 22 June 2018

Roland Krieg

Zurück