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Getreidebauern leiden unter Wetter und Politik

Landwirtschaft

Einflussfaktoren auf Getreidebau

Witterungsunbilden sind für Ackerbauern nichts Neues. Noch mehr aber nehmen in jüngster Zeit politische Entscheidungen Einfluss auf die Märkte. Dies wurde auf dem Braunschweiger Getreidetag des Landvolkes Niedersachsen in Peine deutlich. „Die neuesten Vorschläge aus Brüssel zur Reform der EU-Agrarpolitik greifen sehr konkret in die Ausrichtung unserer Betriebe ein“, sagte Landvolkpräsident Werner Hilse. Er erwartet unter anderem bei den sogenannten Greening-Vorschlägen und der ökologischen Flächenstilllegung Abstriche an dem bislang bekannt gewordenen Reformpaket. In diesem Sinne äußerte sich auch der Europaabgeordnete Albert Deß, unter dessen Leitung die Änderungsvorschläge des Europäischen Parlaments zu dem von Agrarkommissar Dacian Ciolos erarbeiteten Reformpaket koordiniert worden waren. Deß kritisierte die „Schikanen“ gegenüber den Landwirten in der fruchtbarsten Region der Welt, deren Produktionsfläche ohnehin beständig abnehme. Ebenso kritisch wie Hilse bewertete er die derzeit noch fehlende Finanzgrundlage für die zukünftige EU-Agrarpolitik. So lange es keine Klarheit darüber gebe, wie viel Geld für die gemeinsame Agrarpolitik eingeplant werden könne, werde das EU-Parlament über die Reformvorschläge nicht entscheiden.

Wetter, Energie und Frachtraten

Auf der Veranstaltung wurde auch die enge Verknüpfung von Witterungseinflüssen sowie Finanz- und Wirtschaftspolitik mit den Preistendenzen am Getreidemarkt aufgezeigt, zusätzlich wirken sich natürlich auch Produktionskosten wie Energie- oder Düngerpreise sowie Frachtraten aus. Die weltweite Nachfrage nach Getreide steigt deutlich stärker als die Erzeugung, die Bestände nehmen tendenziell eher ab. Bei derart knapp versorgten Märkten schlagen extreme Wetterlagen, wie sie in der Vergangenheit weltweit vermehrt zu beobachten waren, deutlich stärker auf die Preisnotierungen durch als in Märkten, die gut versorgt sind. Das Landvolk empfiehlt den Ackerbauern daher, die Preistendenzen an den Märkten sehr genau zu beobachten und das betriebliche Risiko durch eine geschickte Verkaufsstrategie zu minimieren. Hintergründe für die Entscheidungen liefert jeden Freitag ein Produktinfo, das Landvolkmitglieder über ihren Kreisverband abonnieren können. Diese Informationen gibt es als Produktinfo Pflanze für Ackerbauern, sowie als Produktinfo Milch beziehungsweise Schwein und Geflügel für Tierhalter.

LPD / roRo

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