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Gewerkschaften für Bananenarbeiter mit kleinen Fortschritten

Landwirtschaft

Gewerkschaften sorgen sich um Südwest-Kamerun

Mitte Juli haben sich 16 Gewerkschaften von acht Exportunternehmen für Bananen aus den drei Hauptexportländern Elfenbeinküste, Kamerun und Ghana in Abidjan getroffen. Es war bereits der 5. Workshop, nachdem die Internationale Gewerkschaft für Lebensmittelarbeiter zusammen mit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 2013 in Kamerun den Grundstein für eine Stärkung der Gewerkschaften gelegt haben, die den französischen und englischen Sprachraum verbinden soll.

Als Erfolge der ersten fünf Jahre wurde die Bildung gemeinschaftlicher Plattformen aller Gewerkschaften eines Unternehmens betrachtet, sowie die verbesserte Zusammenarbeit mit den Firmen und Gründung von Komitees für weibliche Arbeitskräfte. In einem Forum nahmen auch zwei Unternehmensvertreter und ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums von der Elfenbeinküste teil.

Dennoch gibt es noch zahlreiche Aufgaben. Die Arbeiter in der Elfenbeinküste verdienen im Bananensektor nur ein Drittel des nationalen Mindestlohns. In Kamerun deckt der Mietzuschuss der Firmen nicht den realen Bedarf an Mietkosten. Auf dem Treffen in Abidjan wurden Indikatoren für das Existenzminimum für Kamerun und die Elfenbeinküste aufgestellt. Ghana hat diese bereits 2017 eingeführt. Dort setzen sich die Gewerkschaften mit Fairtrade und dem Welt Bananen Forum zusammensetzen, um eine Strategie für das Schließen der letzten Lücke zwischen den untersten Löhnen und dem Mindestlohn zu erarbeiten.

Die Gewerkschaften verabschiedeten auch ein Papier zur aktuellen Lage in Südwest-Kamerun. Wegen der politischen Krise hat die staatliche „Cameroon Development Corporation“ bereits elf Bananen-Plantagen geschlossen. In der ersten Julihälfte wurden zwei Packhäuser für Bananen niedergebrannt.

Roland Krieg

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