Gleiche Kuhmilch bei MON810

Landwirtschaft

TU München testet Verfütterung von MON810

Während der politische Streit um die gentechnisch veränderte Maissorte MON810 zunächst bis zum 31. März noch offen ist und die ökonomische Betrachtung keine wirtschaftlichen Vorteile in der Gentechnik finden kann, hat die Technische Universität München (TUM) bei einer Langfrist-Studie ein Unentschieden in der physiologischen Verwertung des Futters durch Milchkühe herausgearbeitet. Zwei Jahre lang sind Kühe mit MON810 gefüttert worden und die Münchener haben nichts Negatives gefunden – nicht bei der Kuh und nicht in der Milch.

Kuehe an der TU Muenchen Patrick GuertlerKein Transfer transgener Komponenten
Weil Verbraucher skeptisch gegenüber der Verfütterung gentechnisch veränderter Pflanzen sind, haben Molekularbiologen der TUM einmal genau hingeschaut. MON810 trägt das Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis, das so genannte cry1Ab-Gen, welches ein für den Maisschädling Maiszünsler toxisches Protein produziert.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat unter gleichen Bedingungen einmal konventionellen Mais und den der Sorte MON810 angebaut, die das Team um Prof. Dr. Heinrich Meyer vom Institut für Physiologie nach einem festgelegten Plan an jeweils eine Gruppe Kühe verfütterte. 25 Monate lang bekamen jeweils 18 Tiere eine der Maissorten und wurden ausgiebig untersucht. Monatlich wurden Blut, Milch und Exkremente untersucht und wöchentlich das Futter. Mit einem speziellen DNS-Nachweisverfahren konnte die TUM die Nachweisgrenze „viel niedriger ansetzen als alle Wissenschaftler bisher“, so Prof. Meyer. Am Ende standen der Analyse mehr als 38.000 Datensätze zur Verfügung.

Ergebnisse
Die verfütterte Maissorte zeigte nach Angaben der Wissenschaftler keinen Unterschied auf die körperliche Entwicklung der Tiere. Kondition, Milchleistung und Gewicht waren bei allen Tieren vergleichbar. Auch physiologische Parameter sind stabil: Trotz der relativ hohen Aufnahme an Cry1Ab-Protein von 5,3 mg am Tag zeigten die Kühe, die den gentechnisch veränderten Mais fraßen „weder in der Organfunktion noch in der Fruchtbarkeit Unterschiede zur Kontrollgruppe“.
Die Datenlage der TUM hat auch ergeben, dass das Cry1Ab-Protein nicht in den Organismus der Kuh und nicht in das Lebensmittel Milch übergeht. Dieses Protein ist nicht „stabiler“ als andere, „sondern sogar leichter verdaulich. Keine der 450 Blutproben ergab Hinweise auf einen Transfer der fremden cry1Ab-DNS oder des Cry1Ab-Proteins vom gentechnisch veränderten Mais auf das Tier.“ 900 Milchproben zeigten, dass die Milch zu keinem Zeitpunkt der Untersuchung einer der Fütterungsgruppen hätte zugeordnet werden können. „Ein Gefährdungspotenzial von gentechnisch verändertem Mais MON810 an Milchkühe ist aus unseren Studienergebnissen nicht ersichtlich“, fasst Dr. Meyer zusammen.

Fachsymposium zur Studie
Das Ergebnis der Studie wurde in dieser Woche dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bayerischen Landtags übergeben und die TUM hält zusammen mit dem LfL am 21. April ein gemeinsames Fachsymposium zur Studie ab.

roRo; Foto: Patrick Gürtler / TUM

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