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Glyphosat wird immer mehr zum Gerichtsfall

Landwirtschaft

Hat die IARC Daten bewusst ausgelassen?

Ende der Woche hat der Disput über den Wirkstoff Glyphosat auch die Internationale Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsagentur WHO ins Visier gerückt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über zehn dokumentierte Stellen, die zwischen dem Entwurf zur Krebseinschätzung des Wirkstoffes und der Veröffentlichung „gestrichen“ wurden. Am Ende hatte genau der IARC-Bericht mit der Einschätzung „wahrscheinlich krebsgefährlich“ den Gegenwind zu vielen anderen Risikobeurteilungen hervorgerufen.

Jetzt wird der IARC vorgeworfen mindestens eine Studie über die „Nicht-Kanzerogenität“ unter den Tisch fallen gelassen zu haben. Cal Dooley vom American Chemistry Council (ACC) warf der IARC am Samstag „absichtliche Datenmanipulation“ vor. „Die in diesem Bericht nachgewiesene absichtliche Auslassung kritischen Beweismaterials ist ein ernsthafter Grund zur Beunruhigung für alle Personen und Institute, die der Meinung sind, dass sachliche Wissenschaft in erhitzten politischen Debatten die Wahrheit herausbringen und als Ausgleich dienen soll. In diesem Fall scheint die Wissenschaft ehrlich gewesen zu sein, nicht jedoch die IARC.“

Die Entfernung von Schlussfolgerungen, dass Glyphosat bei Tieren keinen Krebs verursacht, stelle eine ernsthafte Verletzung des Vertrauens dar, so Dooley weiter. Er stellte gleich andere Monographien der Agentur infrage und forderte eine Untersuchung des Monograph-Programms.

Roland Krieg

Am 24. Oktober hat IARC eine Gegendarstellung zum Artikel von Reuters herausgebracht: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/iarc-wehrt-sich-gegen-reuters.html roRo

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