Menü

Gute Olivenernte trotz Xyllela

Landwirtschaft

Oliven gehören zur mediterranen Küche dazu

Präsentation der Olivenölerzeugung und Olivenernte

Am Dienstag hat der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband Copa Cogeca die aktuellen Zahlen zur Olivenernte vorgelegt. Vasilis Pyrgiotis konnte sich dabei als neuer Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Oliven und Olivenöl präsentieren. Der aus Kreta stammende Olivenanbauer ist gleichzeitig Vorstand der in Griechenland neu gegründeten Kooperative Gaia Epicheirein. Darin sind 150.000 Olivenbauern in 71 Kooperativen organisiert. Auf dem Foto sitzt Anna Rufolo vom italienischen Landwirtschaftsverband CIA neben ihm.

Europäisches Olivenöl

Die EU ist auf dem internationalen Olivenmarkt ein bedeutender Akteur. 32 Prozent aller Tafeloliven kommen aus der EU und 70 Prozent des weltweiten Olivenöls [1]. Oliven sind weltweit ein Symbol für die mediterrane Küche.

Pyrgyotis berichtet von einer guten Olivenölproduktion in diesem Jahr. In Italien geht sie gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent auf 320.000 Tonnen nach oben. Griechenland verzeichnet ein Plus von 43 Prozent auf 285.000 Tonnen. Portugal erreicht in diesem Jahr mit 110.000 Tonnen ein Plus von 58 Prozent und Frankreich kommt mit plus 64 Prozent auf 5.000 Tonnen.

Ausgerechnet das bedeutendste Olivenland Spanien muss wegen der Trockenheit in diesem Jahr einen Rückgang von 14 Prozent auf 1,1 Millionen Tonnen verzeichnen. Spanien bleibt aber der weltweit größte Erzeuger von Olivenöl. Weltweit steigt die Produktion von Olivenöl. 2017 werden etwa 2,854 Millionen Tonnen mit einem Plus von 12 Prozent erwartet.

Auch bei den Tafeloliven steigen die Tonnagen im zweistelligen Bereich: Frankreich: + 58 %, 1.250 t; Griechenland: + 30 %, 235.000 t; Italien: + 20 % und 48.000 t; Spanien: - 13 %, 520.000 t. Weltweit ist ein Anstieg bei Tafeloliven um drei Prozent auf 2,951 Millionen Tonnen zu verzeichnen.

Xylella fastidiosa

Die Zahlen glänzen über ein ungelöstes Problem hinweg. Das seit 2013 in Europa angekommene Feuerbakterium hat beispielsweise in der italienischen Region Bali ganze Olivenbaumwälder vernichtet. Auch in diesem Jahr breitet Xylella sich weiter aus, musste Pyrgiotis vermelden. Das Bakterium hat ein breites Wirtsspektrum und findet sich mittlerweile auch in Deutschland. Pyrgiotis: „Ich begrüße außerordentlich, dass in diesem November noch eine internationale Wissenschaftstagung zu Xylella fastidiosa in Spanien stattfindet.“ Organisiert wird die Konferenz u.a. von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und der Universität der Balearischen Inseln. „Ich hoffe, mit den Ergebnisse können wir die Krankheit, die ganze Landstriche verwüstet, besiegen.“

Strukturprobleme

Die vorgelegten Zahlen belegen den Anstieg der Olivenöl- und Olivenproduktion in Europa und der Welt. Der steigende Konsum wird anhalten. Doch die in Europa vorhandenen Strukturen sind so ausgerichtet, dass die Erzeuger von den sinkenden Gewinnspannen kaum noch profitieren. In den beiden Jahen seiner Amtszeit will Pyrgiotis den Olivensektor in der EU für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit ausbalancieren. Ein Instrument sollten Marketinglkampagnen für die Verbraucher sein, ein anderes die Umstellung auf „smart farming“.

Mit Blick auf die grauen Wolken über den USA versprach Pyrgiotis zum Abschluss: „Ich werde die Verhandlungen über Handelsabkommen daraufhin beobachten, dass die Oliven nicht zum Handelspfand für andere Gesprächen werden.“ In der kommenden „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) will er sich zudem für einen starken Olivensektor einsetzen.

Lesestoff:

[1] Schwarze Tafeloliven aus Spanien haben in den USA eine unsichere Zukunft: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/streit-um-die-schwarzen-tafeloliven-aus-spanien.html

[2] Parlament will mehr Hilfe gegen Xylella: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/eu-kommission-patzt-bei-xylella-bekaempfung.html

Roland Krieg; Foto: Copa Cogeca

Zurück