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Heilpflanzen aus Afrika

Landwirtschaft

Nachhaltig und Einkommensfördernd

Die traditionelle Medizin spielt in Afrika eine große Rolle. Schon seit jeher setzen Heiler dort auf einheimische Pflanzenarten, um Krankheiten zu bekämpfen. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat nun ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben, in dem medizinisch genutzte Pflanzen in den drei afrikanischen Staaten Äthiopien, Botswana und Tansania untersucht werden sollen. Die Wissenschaftler wollen so AIDS, Tuberkulose und Wurmerkrankungen bekämpfen, die im Afrika südlich der Sahara besonders häufig auftreten.

Mit dem Projekt soll die nachhaltige Partnerschaft zu Hochschulen und Unternehmen in Afrika gefördert werden. Beteiligt sind an dem Vorhaben Wissenschaftler der University of Botswana, der Addis Ababa University in Äthiopien und der University of Health and Allied Sciences in Tansania. „Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Peter Imming vom Institut für Pharmazie der MLU. Um zu erkennen, ob die Pflanzen wirklich wirksam sind, arbeiten die Forscher der Uni Halle mit dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle zusammen. „Unser Ziel ist wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind“, sagt Imming.

Hilfsstoffe wichtiger als Wirkstoffe

Die Wissenschaftler wollen zudem Pflanzen entdecken, aus denen sich pharmazeutische Hilfsstoffe gewinnen lassen. „Hilfsstoffe sind für die Wirksamkeit von Arzneien essentiell und werden in größeren Mengen benötigt als die eigentlichen Wirkbestandteile“, so Imming.

Lassen sich die gewünschten Arzneipflanzen kultivieren, wollen die MLU-Wissenschaftler sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen. So hat beispielsweise in Botswana eine Heilerorganisation bereits Land gepachtet, auf dem die Pflanzen angebaut werden könnten. „Gelingt es uns, dies nach Abschluss des Forschungsprojekts in unternehmerische Hände vor Ort abzugeben, wäre das ein nachhaltiger Erfolg“, sagt Projektleiter Imming.

Tom Leonhard (Uni Halle-Wittenberg) / roRo

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