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Hochbetrieb im Schafstall

Landwirtschaft

Lämmer sind die Frühlingsboten

Von Ende Januar bis Mitte März ist Lammzeit in den niedersächsischen Schafställen – je nachdem welche Schafrasse der Schäfer sein Eigen nennt. Für die Schäfer sind diese Monate mit enormen Arbeitsbelastungen verbunden. Sie wollen alle Lämmer gesund auf die Welt holen. Die Schafmütter werden zur Geburt in den Stall gebracht, vor allem um eine gute Mutter-Lamm-Beziehung zu gewährleisten, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Obwohl die Muttertiere ihren Nachwuchs meist ohne Hilfe zur Welt bringen, ist gerade in der Zeit danach der fürsorgliche Blick des Schäfers gefragt. Er unterstützt die Neuankömmlinge bei der späteren Integration in die große Herde. Den Sommer verbringen die Frühlingsboten auf der Weide, bevor sie im Herbst geschlachtet werden. „Osterlämmer wurden meist bereits im Vorjahr geboren“, erläutert Klaus Gerdes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

In Niedersachsen widmen sich besonders viele Züchter den kleinen wolligen Tieren. Um die 11.500 Schafzüchter halten nach Angaben der Landwirtschaftskammer etwa 237.000 Tiere. Damit steht etwa jedes Zehnte der bundesweit etwa 2,3 Mio. Schafe in Niedersachsen. Das spiegelte sich auch bei der erstmals ausgerichteten Bundesbockschau der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände in Berlin wider. Bei dem züchterischen Großereignis stammten 51 der 209 ausgestellten Zuchtböcke aus Niedersachsen. Die 22 niedersächsischen Züchter stellten damit das größte Kontingent der Ausstellung und demonstrierten mit zwölf Rassen die Vielfalt und Qualität der niedersächsischen Schafzucht. Und der Aufwand hat sich gelohnt: Zwei der drei besten Böcke Deutschlands kommen aus Niedersachsen. Ein Coburger Fuchsschafbock aus der Zucht von Meike Avramut-Lampe aus Jade wurde mit der Silbermedaille und ein Bock der Rasse Weiße gehörnte Heidschnucke von Nadja Heftrech-Beckers aus Wittmund mit der Bronzemedaille ausgezeichnet. Insgesamt stammten sieben der 27 Bundessieger aus Niedersachsen.

Dieses Engagement ist beachtlich, denn nur wenige Schäfer betreiben die Schafhaltung im Haupterwerb. Bei der überwiegenden Zahl ist die Haltung der kleinen Klauentiere ein Hobby. Alle gemeinsam treibt derzeit die Sorge vor dem Wolf um. Mittlerweile können die Schafhalter auch in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück Herdenschutzmaßnahmen beantragen. Unter www.schafzucht-niedersachsen.de finden Interessenten Ansprechpartner aus den vier niedersächsischen Schafzuchtverbänden sowie Adresse von Ausbildungsbetrieben oder Direktvermarktern von Fleisch, Milch, Wolle und Fellen.

LPD; Foto: roRo

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